NACHHALTIGE BANKEN - GIROKONTEN IM VERGLEICH.

Weißt du eigentlich was deine Bank mit deinem Geld macht? Investierst du vielleicht unwissend in die Produktion von Waffen und vergibst du mit deinem Geld Kredite für Unternehmen, die gegen Menschenrechte verstoßen? In diesem Artikel möchte ich dir zeigen, dass viel mehr Banken fragwürdige Investitionen machen als man vielleicht denkt und ich zeige dir mit welchen Alternativen Banken du dies umgehen kannst.

Viel Spaß!

Für alle, die lieber audiovisuell diesen Artikel erleben möchten, habe ich dir das YouTube Video zum Artikel verlinkt:

In 4 Schritten zu einem nachhaltigen Girokonto:

Liegt dein Geld auf deinem Girokonto bei einer konventionellen Bank könnte man zunächst annehmen, dass dieses Geld dort einfach nur liegt und wartet bis du es abhebst. Tatsächlich ist es aber so, dass du diese Einlagen deiner Bank als eine Art zinslosen Kredit zur Verfügung stellst mit dem deine Bank dann Investitionen tätigen kann. Das Problem hierbei ist, dass du bei konventionellen Banken wie der Deutschen Bank, Commerzbank oder der Hypovereinsbank keinen Einfluss darauf nehmen kannst in welche Art von Projekten oder Unternehmen dieses Geld investiert wird. Das bedeutet, dass dein Geld als Kredit oder Eigenanlagegeschäft der Bank für die Rüstungsindustrie, den Ausbau der Atomenergie, den Ausbau der Kohle- oder Ölwirtschaft, Massentierhaltung oder für Unternehmen mit menschenrechtsverletzenden Geschäftspraktiken wie Kinderarbeit verwendet werden kann.

Photo by Etienne Martin on Unsplash

Der Unterschied von nachhaltigen Banken ist jetzt, dass deren Geschäftstätigkeit auf sozialen sowie ökologischen Kriterien und Grundsätzen beruht. Diese Grundsätze sind dann in deren Investitions-, Anlage- und Finanzierungsgeschäften zu erkennen. So machen die Institute beispielsweise nur Geschäfte mit ethisch vertretbaren Unternehmen und fördern mit ihren Investitionen eine nachhaltige Entwicklung. Die Kredite dieser Banken fließen z.B. in ökologische Unternehmen, Solaranlagen, Windenergieanlagen, Kindergärten, Krankenhäuser und viele weitere soziale Projekte. Außerdem bieten diese Banken auch oftmals eigene nachhaltige Anlageformen wie Mikrofinanzfonds, Windenergiebeteiligungen oder grüne Anleihen an. Es wird nicht in klimaschädliche Großprojekte, Atomenergie, Waffen, Kinderarbeit, Kohle oder Öl investiert. Zu diesen Kriterien verpflichten sich die Banken, wobei nicht automatisch jede sogenannte nachhaltige Bank auch wirklich alle diese Kriterien einhält.

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Im zweiten Schritt schauen wir uns deshalb Banken bzw. nachhaltige Banken ein wenig genauer an. Die folgende Übersicht wurde vom FairfinanceGuide erstellt, welcher Teil der Initiative Fair Finance International ist und eine Bewertungsmethodik für die Kredit- und Anlagepolitik von Banken für eine Reihe von Themen und Sektoren entwickelt hat. Das dargestellte Ergebnis ergibt sich aus den öffentlich zugänglichen Informationen und Selbstverpflichtungen der dargestellten Banken, bewertet anhand der Bewertungskriterien des Fair Finance Guide.

 

Bei einigen Banken erkennt man zusätzlich noch ein Ausrufezeichen, schaut man hier unter mehr lesen, werden diese Selbstverpflichtungen noch einmal im Praxistest getestet und so teilweise mit konkreten Beispielen Investitionen in kontroverse Unternehmen aufgedeckt. Diese stichprobenartigen Fallstudien fließen zwar nicht in den Score mit ein, zeigen aber im Beispiel der Hypovereinsbank, dass in Rüstungshersteller und andere kontroverse Unternehmen investiert wird.

https://www.fairfinanceguide.de/ffg-d/
 

In der Übersicht sind jetzt leider nicht alle Banken dargestellt. Es gibt jedoch einige Banken, die die gleichen Richtlinien wie eine der aufgeführten Banken aufweisen. Zum Beispiel haben die Post- und Norisbank den gleichen Score wie die Deutsche Bank, die comdircet und onvista die gleichen Richtlinien wie die Commerzbank und die Sparda und Volksbanken wurden indirekt über die DZ Bank Gruppe bewertet. Weitere Banken wie die ING, die DAB BnP Paribas oder die Consorsbank können auf den FairFianance Seiten aus anderen Ländern nachgelesen werden.

Im dritten Schritt möchte ich euch drei Beispiele für ein Girokonto bei einer nachhaltigen Bank zeigen. Ich habe mir in diesem Fall die Top drei Banken aus dem Fair Finance Guide rausgesucht. Als erste Bank kommt der Spitzenreiter die GLS Bank.

Beispiel 1: GLS Bank

Aufgelistet seht ihr verschiedene Konditionen der GLS Bank einmal für Personen unter 28 Jahren und einmal für Personen ab 28. Außerdem besteht bei der GLS Bank die Möglichkeit über den Erwerb von Anteilen sich an der Bank mit mindestens 500 € zu beteiligen und somit weiteres Kapital für die Investition in nachhaltige Projekte bereitzustellen. Diese Anteile sind für 5 Jahre gebunden und man erhält jährlich eine Dividende zwischen 1 bis 3 %. Aus dieser Mitgliedschaft ergeben sich für die Gebühren weitere Vorteile wie eine kostenlose Debitkarte und eine kostenlose Mastercard. Ansonsten sieht man, dass neben den Kontoführungsgebühren bei der GLS Bank ein Monatsbeitrag zu zahlen ist und dass ihr an bis zu 18.000 Geldautomaten kostenlos Geld in Deutschland abheben könnt.

 

Allgemein ist die GLS Bank eine Genossenschaftsbank und nach eigenen Angaben die erste Ökobank der Welt. Unter der Kategorie „wo wirkt mein Geld“ auf der Website hat man die Möglichkeit alle Kredite transparent unterteilt in die Bereiche Wohnen, Soziales & Gesundheit, nachhaltige Wirtschaft, erneuerbare Energien, Ernährung sowie Bildung und Kultur nachzuvollziehen. Man kann bei einem Wechsel sogar selbst bestimmen, welchen dieser Bereiche man persönlich am liebsten mit seinem Geld unterstützen möchte.

Beispiel 2: Ethik Bank

Bei der Ethik Bank gibt es auch ein günstigeres Girokonto für unter 23-Jährige und ihr könnt ebenfalls wie bei der GLS Bank an 19.000 Bankautomaten in Deutschland gebührenfrei Geld abheben. Allerdings hat auch die Ethikbank keine Filiale in Deutschland. Wie die GLS Bank und die Triodos Bank ist auch die Ethikbank eine sozialökologische Bank, die das Geld der Kunden ausdrücklich nicht in Rüstungsgeschäfte, Atomkraft oder Unternehmen investiert, die Kinderarbeit zulassen. 

Beispiel 3: Triodos Bank

Bei der Triodos Bank seht ihr z.B., dass es keinen Bankbeitrag gibt und weltweit gebührenfrei mit der Kreditkarte abgehoben werden kann. Ein junges Konto gibt es allerdings nicht und eine Filiale der Triodos Bank sucht man in Deutschland vergeblich.

Die Triodos Bank wurde 1980 mit der Mission gegründet mit Geld Gutes in der Welt zu bewirken und bezeichnet sich selbst als Europas führende Nachhaltigkeitsbank. Sie investiert in drei übergeordnete Themenbereiche. Zum einen in Umweltprojekte wie Windenergieanlagen, Solarenergieanlagen aber auch Bio-Bauernhöfe. Zum anderen unterstützen sie soziale Projekte, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Gesellschaft positiv zu verändern. Das sind z.B. Produzenten von Fair Trade Gütern, sozial ausgerichtete Wohnprojekte oder nachhaltiger Tourismus. Und als letztes wird in Kultur und Bildung investiert. Das sind zum Beispiel Schulen oder kulturelle Zentren.

Neben der Eröffnung eines Girokontos habt ihr bei allen Banken die Möglichkeit weitere Finanzprodukte zu erwerben wie z.B. ein Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto oder ihr könnt euer Geld langfristig in Sparbriefe, Fonds oder andere Vorsorgeprodukte anlegen bzw. Solarkredite oder Immobilienkredite von den Banken erhalten. Da jeder hier andere persönliche Vorstellungen und Pläne hat, werde ich auf diese hier nicht weiter eingehen.

Weitere Beispiele:

Eine weitere nachhaltige Bank, die derzeit noch nicht in der Liste des Fair Finance Guides aufgetaucht ist, ist die Tomorrow Bank. Diese Bank verspricht Smartphone-Banking und ein kostenfreies Girokonto. Allerdings bietet die Bank keine Kreditkarte an und ihr könnt auch keine weiteren Finanzprodukte erwerben. Wenn ihr also nach einer kostenlosen nachhaltigen Alternative sucht bei der ihr über euer Smartphone euer Girokonto steuert, seid ihr bei der Tomorrowbank richtig.

Eine andere Alternative für ein kostenloses Girokonto sogar mit kostenloser Kreditkarte ist die DKB Bank.

Die DKB Bank ist zwar keine nachhaltige Bank, schneidet aber in Tests der 14 größten deutschen Geschäfts-, Landes-, und Regionalbanken am besten ab. So ist die DKB der vom Volumen größte Kreditgeber im Bereich der erneuerbaren Energien und unterstützt außerdem Bereiche wie Bildung, Gesundheitswesen und Kommunen. Kritikpunkte sind, dass bestimmte Bereiche nicht explizit ausgeschlossen werden wie Investitionen in die Kohleindustrie, Gentechnik, Industrielle Tierhaltung, Spekulation mit Nahrungsmitteln oder Tierversuche. Außerdem ist die DKB 100 % Tochtergesellschaft der Bayrischen Landesbank, die wiederum für fragwürdige Investitionen in Atomkraft oder die Rüstungsindustrie in der Kritik stand und beim Fair Finance Guide auf einem der letzten Plätze abschneidet. Die DKB ist also wenn überhaupt eine Alternative für Leute, die nicht auf ein kostenloses Girokonto verzichten möchten, aber gleichzeitig die Nachhaltigkeit nicht komplett vernachlässigen wollen.

Falls du dich für einen Wechsel zu einer nachhaltigen Bank entschieden hast, habe ich eine gute Nachricht. Alle vorgestellten Banken bieten einen kostenlosen Kontowechselservice an. Dieser Service ermittelt alle Zahlungspartner und Abbuchungen deines alten Kontos und informiert deine Zahlungspartner über den Wechsel. Abschließend unterschreibt ihr digital die Mitteilungen an die Zahlungspartner und richtet eure neuen Daueraufträge ein, was ebenfalls durch den Wechselservice unterstützt wird.

Eins meiner Videos zum Wechsel zur GLS Bank habe ich unter dem Artikel verlinkt.

Kostenvergleich:

Abschließend jetzt noch die Frage wie teuer das Ganze ist. Dafür habe ich zum Vergleich auch nochmal die Kosten der größten Bank in Deutschland, der Deutschen Bank, hinzugefügt. Der Preis gibt dabei jeweils die monatlichen Kosten für ein Girokonto zusammen mit einer Mastercard Kreditkarte an. Bei den Girokonten für junge Leute schneidet die Deutsche Bank am besten ab mit 3,25 € pro Monat. Leicht teurer ist die GLS Bank mit einem monatlichen Beitrag von 3,5 €, der sogar auf 1 € sinkt, wenn man Anteile im Wert von 100 € erwirbt. Auf den nächsten Plätzen folgen die Ethikbank mit 6,17 € und 10 € bei der Triodos Bank, die kein junges Konto anbietet.

Bei den normalen Girokonten schneidet die Triodosbank am besten ab mit 10 € monatlichen Gebühren, gefolgt von der Deutschen Bank, der GLS Bank und der Ethikbank. Auch hier wäre die GLS Bank die günstigste Bank mit 8,80 €, wenn zusätzliche Anteile von 500 € erworben werden.

Man erkennt also abschließend, dass die nachhaltigeren Banken oft ein klein wenig teurer sind; insbesondere, wenn du bisher sogar ein kostenloses Konto bei einer Smartphone Bank oder konventionellen Bank hast. Hier profitierst du also aus monetärer Sicht nicht unbedingt von einem Wechsel zu einer nachhaltigen Bank. Dafür hast du die Gewissheit, dass deine Bankeinlagen nicht in unethische oder umweltzerstörende Unternehmen und Branchen fließt.

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