ENERGIEKOSTEN SENKEN - LANGFRISTIG GELD SPAREN.

Du möchtest wissen wie du bis zu 17.000 € durch Stromsparen oder 1000 € jährlich durch richtiges Heizen einsparen kannst? Dann bist du auf dieser Seite genau richtig und das Beste dabei ist, dass du damit sowohl deinem Geldbeutel als auch der Umwelt etwas Gutes tust.

Am Beispiel von Fabian werde ich die Optimierung des Stromverbrauchs und am Beispiel von Flo und Annika die Optimierung der Heizkosten zeigen. Fabian lebt in einem Mehrfamilienhaus und hat einen Stromverbrauch von 3.000 kWh jährlich. Mit den späteren Maßnahmen wird er über die nächsten Jahre bis zu 17.000 € sparen können. Annika und Flo leben in einem Einfamilienhaus und heizen mit Erdgas. Mit den folgenden Maßnahmen werde ich zeigen, dass die beiden ihre sehr hohen Heizkosten von 1.870 € jährlich um bis zu 1.000 € senken können. 

Viel Spaß!

17.000 € durch Energiesparen - In 7 Schritten zu einem niedrigen Stromverbrauch.

Als ersten Schritt solltest du dir über deinen gesamten Stromverbrauch bewusst werden. Dafür nimmst du am besten die Jahresabrechnung deines Stromanbieters. Dort findest du üblicherweise deinen Gesamtstromverbrauch des letzten Jahres und diesen Wert notierst dir beispielsweise in einer eigenen Excelliste für deinen Energieverbrauch. Sollte deine Jahresabrechnung nicht bekannt sein, kannst du auch deinen Stromzähler ablesen und in einem Monat nochmals ablesen. Das Ergebnis mal 12 und schon erhälst du näherungsweise deinen Jahresverbrauch.

Im zweiten Schritt vergleichst du deinen Stromverbrauch mit Durchschnittswerten von vergleichbaren Personen und Wohnsituationen in Deutschland. Du wohnst beispielsweise in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus, du erhitzt dein Wasser elektrisch und lebst zusammen mit einer weiteren Person, dann gilt für dich die markierte Zeile. 

Stromspiegel für Deutschland 2019

Also je nachdem wo du mit wie vielen Personen wohnst und ob du dein Wasser elektrisch erhitzt, kannst du der Tabelle dann entnehmen, ob du einen hohen oder geringen Stromverbrauch hast.

Im dritten Schritt untersucht du wie sich dein Gesamtverbrauch auf die verschiedenen Geräte im Haushalt aufteilt und entlarvst dabei eventuell Stromfresser 😲 Dafür listest du dir am besten alles auf was bei dir in der Bude öfter mal in der Steckdose steckt und schreibst das ebenfalls in deine Excel Liste für deinen Stromverbrauch.

Du kannst dann anschließend auf drei verschiedene Weisen den Verbrauch der Einzelgeräte ermitteln:

1. Mit einem Energiemessgerät:

Das gibt es teilweise bei der regionalen Verbraucherzentrale kostenlos auszuleihen. Ansonsten habe ich alternativ mal eins verlinkt*.  Mit einem Energiemessgerät können allerdings nicht alle Verbraucher bestimmt werden. Beispielsweise Geräte, die nicht direkt in der Steckdose stecken, wie zum Teil das Licht.

2. Rechnung:

Mit einer Rechnung könnt ihr den Stromverbrauch einzelner Geräte überschlägig berechnen. Dabei ergibt sich der Stromverbrauch in einem Jahr näherungsweise durch die Wattzahl x genutzte Stunden am Tag x 365 durch 1000 um das Ergebnis in kWh zu erhalten.

Diese Formel liefert allerdings nur einen Näherungswert, denn die Watt-Zahl gibt lediglich die maximale Leistungsaufnahme des Geräts an, die aber nicht durchgängig erreicht wird. Also wird der errechnete Wert tendenziell eher zu groß sein. Es ist daher besser und leichter ein Energiemessgerät zu nehmen.

3. Schätzung:

Die einfachste, aber auch ungenauste Möglichkeit, ist über Schätzwerte zu deinem Verbrauch der Geräte zu gelangen. Anhand eures Gesamtverbrauchs und den prozentualen Angaben der folgenden Graphik könnt ihr die Verbräuche in eurem Haushalt grob auf die verschiedenen Geräte aufteilen.

Für die nächsten Schritte nehmen wir das oben erwähnte Beispiel an: Fabian ist 25 Jahre alt, wohnt alleine in einem Mehrfamilienhaus und er erwärmt sein Wasser elektrisch. Seinen Jahresverbrauch hat er über seine Abrechnung mit 3000 kWh ermittelt und er liegt damit verglichen im sehr hohen Bereich. Im Anschluss hat er mithilfe eines Strommessgerätes seine einzelnen Stromverbraucher wie in der Tabelle zu sehen ist, ermittelt:

Im vierten Schritt kommen wir zum wichtigsten Punkt: dem wirklichen Einsparen von Strom! 💪 In diesem Schritt als erstes mit kostenlosen Maßnahmen.

Dafür grundlegend der erste Tipp, der für alle Geräte logischerweise gilt: Wenn ein Gerät weniger genutzt wird, verbraucht es auch weniger. Du solltest dir daher immer überlegen wie du es schaffst ein Gerät weniger zu nutzen bzw. wann es eigentlich unnötig ist es eingeschaltet zu haben. Zusätzlich zu diesem recht banalen Tipp zeige ich jetzt am Beispiel von Fabian Gerät für Gerät weitere Einsparpotentiale mit denen Fabian es schafft seinen Verbrauch von 3000 kWh auf 2240 kWh zu senken und so bereits knapp 215 € jährlich spart 🤑

Waschmaschine:

Dafür seht ihr in der Tabelle jetzt die Maßnahmen für das erste Gerät, die Waschmaschine, dann die maximal mögliche Einsparung und wie viel Fabian eingespart hat. 

  1. Bei der Waschmaschine nutzt Fabian jetzt das Fassungsvermögen der Maschine optimal aus und spart 25 %.
  2. Außerdem wäscht er nicht mehr alles auf 60 oder 90 Grad, sondern nutzt auch geringere Temperaturen von 20, 30 oder 40 Grad für nicht komplett verdreckte Wäsche und spart so weitere 15 %. Solltest du bisherfast deine gesamte Wäsche bei 90° waschen, lassen sich hier sogar bis zu 70 % einsparen.
  3. Fabian nutzt jetzt Energiespar- oder Eco-Programme. Auch das Kurzwaschprogramm nutzt er nicht mehr, denn anders als man vielleicht erst vermutet, spart dies keine Energie auf einen gesamten Waschgang gerechnet, da das Wasser schneller aufgeheizt werden muss. So können weitere 15 % gespart werden.
  4. Ist ein Warmwasseranschluss vorhanden, sollte dieser auf jeden Fall genutzt werden und es können bis zu 49 % eingespart werden.

Durch die aufgeführten Maßnahmen wird im Fall von Fabian der Energieverbrauch fürs Waschen von 300 kWh auf 170 kWh gesenkt.

Kühl- und Gefrierschrank:

  1. Beim Kühl- und Gefrierschrank gilt, dass der Gefrierschrank ein- bis zweimal im Jahr abgetaut werden sollte. So können bis zu 30 % Energie eingespart werden.
  2. Die Temperatur im Kühlschrank kann auf 7 Grad hochgeregelt werden, im Gefrierschrank reichen minus 18 Grad (30 % Einsparung).
  3. Steht der Kühl- und Gefrierschrank zu dicht an der Heizung oder sind die Lüftungen zugestellt, sollte der Standort, wenn möglich, geändert werden.
  4. Desweiteren gibt es noch fünf kleine Maßnahmen in der Tabelle. Der Kühlschrank sollte gut gefüllt werden, vor dem Öffnen überlegt werden was benötigt wird, Speisen abkühlen lassen bevor sie in den Kühlschrank gestellt werden, die Dichtungen regelmäßig gecheckt und Speisen aus dem Gefrierschrank, die erst einmal aufgetaut werden müssen, können im Kühlschrank aufgetaut werden. Alle Maßnahmen zusammen sparen jeweils maximal 5 %.

Zusammen mit allen Maßnahmen schafft Fabian es seinen Verbrauch des Kühl- und Gefrierschranks von 350 kWh auf 217 kWh zu senken.

Fernseher:

  1. Fabian stellt ab sofort seinen Fernseher in einer dunklere Ecke des Raumes und kann so die Helligkeit des Fernsehers runter stellen und spart so bis zu 10 %.
  2. Fabian gönnt sich zum einpennen gerne Netflix und wacht dabei oftmals nach Stunden bei der drölften Netflix Folge wieder auf. Hier hilft es den Sleep Timer zu nutzen, um den Fernseher nicht unnötig laufen zu lassen.
  3. Außerdem lässt er den Fernseher nicht mehr nebenbei laufen, wenn er sowie am Laptop sitzt oder am Handy daddelt.

So schafft Fabian es den Verbrauch von 225 kWh auf 183 kWh zu senken

Elektroherd:

  1. Auch für den Elektroherd + Backofen gibt es relativ viele kleine Maßnahmen, die ich oben in der Tabelle aufgeführt habe. Mit den gesamten aufgeführten Maßnahmen lassen sich bis zu 30 % eingesparen.

Fabian schafft es seinen Verbrauch um 20 % von 160 kWh auf 128 KWh zu senken. 

Kondenstrockner:

  1. Den Trockner solltet ihr möglichst voll beladen. Hier lässt sich eine Menge sparen, wenn ihr bisher den Trockner auch für kleine Mengen anstellt.
  2. Ihr könnt ein „feuchteres“ Trocknerprogramm wählen, wenn ihr im Anschluss die Klamotten sowieso bügelt.
  3. In der Waschmaschine sollte die Wäsche gut geschleudert werden, um die Feuchtigkeit bereits beim waschen bestmöglich  zu entfernen (1200 – 1400 Umdrehungen)
  4. Die regelmäßige Reiningung des Flusensiebs kann im Maximalfall auch nochmal bis zu 5 % sparen.
  5. Falls es in eurer Unterkunft möglich ist, sollte natürlich eher die Wäscheleine/Wäschespinne als der Trockner genutzt werden.

Mit diesen Tipps schafft es Fabian seinen extrem hohen Verbrauch für den Trockner von 490 kWh auf 408 kWh zu senken.

Warmwasserverbrauch Bad:

  1. Um den Warmwasserverbrauch im Bad zu senken, kann man häufiger duschen statt baden, wodurch bis zu 66 % gespart werden können
  2. Man kann kürzer und kälter duschen
  3. Beim Händewaschen und Einseifen zwischendurch den Wasserhahn schließen
  4. Einen Zahnputzbecher nutzen
  5. Besitzt ihr einen Boiler könnt ihr die konstante Temperatur ein wenig runterregeln und zum Beispiel im Urlaub auch ganz runterdrehen.
  6. Außerdem könnt ihr öfter beim Sportverein duschen, was euren persönlichen Stromverbrauch zwar senkt, der Umwelt ist damit aber nicht unbedingt mehr geholfen.

Fabian verringert seinen Verbrauch so von 450 auf 313 kWh.

Warmwasser Küche:

Im Bereich des Warmwasserverbrauchs in der Küche lohnt es sich nicht warm vorzuspülen, wenn im Anschluss das Geschirr in einen Geschirrspüler soll.

Geschirrspüler:

  1. Mit dem richtigen Waschprogramm – Energiespar und Umweltprogramme – können bis zu 25 % gespart werden
  2. Bei einigen Geschirrspülern lässt sich eine niedrigere Temperatur auswählen, was rund 25 % sparen kann.
  3. Das Gerät sollte, wenn möglich, nur voll angemacht werden – selbst bei halber Beladung werden 75 % der Energie genutzt.
  4. Spült man das Geschirr bereits vor, kann ein Vorspülprogramm im Geschirrspüler ausgestellt werden.

Fabian spart durch die Tipps weitere 77 kWh im Jahr ein.

Gamingkonsole:

  1. Indem man die Konsole öfter ausschaltet statt durchgehend im Standby laufen zu lassen, können bis zu 20 % gespart werden.
  2. Bei Updates oder ewig langen Downloads kann der Ruhemodus aktiviert werden.

Der jährliche Energieverbrauch von Fabian sinkt von 125 kWh auf 107 kWh.

Alle weitere Geräte:

Für alle weiteren Geräte wie deine Musikanlage, Küchengeräte, Smartphone, Laptop, Beleuchtung gilt, dass du meist nur über die Nutzungsdauer kostenlos Geld einsparen kannst. Fabian macht das auch und spart dadurch 20 % für alle zusätzlichen Geräte.

Mithilfe der Investition in Neugeräte oder Geräte, die den Energieverbrauch senken, kannst du im Schritt 5 deinen Energieverbrauch weiter reduzieren. Dabei gilt grundlegend: Ist ein Gerät sowieso kaputt oder es soll ersetzt werden, dann sollte bei der Kaufentscheidung immer auf die Energieeffizienz geachtet werden.

Aber auch der Austausch von alten Geräten, die technisch noch funktionieren, durch neue energieeffiziente Geräte kann finanziell sinnvoll sein.  Da das aber immer von euren individuellen Verbräuchen abhängt, zeige ich jetzt die allgemeine Formel für die Amortisationszeit einer Neuanschaffung, die als Bewertungsmethode dienen kann für die Entscheidung, ob sich ein Neugerät auch finanziell lohnt. Die Amortisationszeit ist dabei die Zeit, die es benötigt, um eure Anfangsausgabe durch die Einsparungen des neuen Geräts wieder reinzubekommen.

Diese errechnet sich aus der Anfangsausgabe geteilt durch die Differenz des alten und neuen Verbrauchs multipliziert mit den Stromkosten, die ihr pro kWh zahlt. Dazu ein fixes Beispiel: Fabians Trockner verbraucht 490 kWh. Ein neuer Trockner verbraucht gerade einmal 159 kWh und kostet 480 €. Wie lange dauert es bis sich die Investition in den neuen Trockner zurück gezahlt hat (bei Stromkosten von 28 cent/kWh)? Die Antwort ca. 5 Jahre.

 

In der Tabelle seht ihr jetzt einige von Fabians neu angeschafften Geräten, den alten und den neuen Verbrauch, die Neugerätekosten und die Amortisationszeit. Bei den ersten sieben Geräten wurde jeweils das komplette Gerät ersetzt, bei den letzten 3 Zeilen wurde der neue Verbrauch mithilfe von Gadgets erreicht, die jeweils in den Klammern stehen. Die Abwägung ab welcher Amortisationszeit sich eine Neuanschaffung aus rein finanzieller Sicht lohnt, hängt auch immer von der erwarteten Nutzungsdauer des Geräts ab. Allgemein sollte aber alles mit einer Amortisationszeit unter 5 Jahren ausgetauscht werden, bei 5 bis 15 Jahren je nach Art des Geräts und bei einer Amortisationszeit von über 15 Jahren lohnt sich aus rein finanzieller Sicht meistens keine Neuanschaffung (Die Formel ist vereinfacht und berücksichtigt lediglich eine statische Amortisationszeit ohne die Betrachtung einer möglichen Verzinsung der Anfangsinvestition).

Man erkennt also für Fabian, dass sich insbesondere der Austausch des Trockners rechnen würde, wodurch jährlich 320 kWh gespart werden könnten. Auch die Nutzung von Gadgets und die Umrüstung auf LED rentiert sich meistens sehr schnell 😎.

Folgend habe ich die Energiespar-Gadgets und energiesparenden Neugeräte aufgeführt, die für die Berechnungen genutzt wurden.  Dabei handelt es sich um Affiliate-Links mit denen du beim Kauf eines der Produkte meine Arbeit ein wenig unterstützt ☺️

Energiesparende Neugeräte:

Eine weitere Möglichkeiten Einsparungen mit Gadgets zu erzielen ist es den Standbyverbrauch zu begrenzen. Dabei gilt: Was nicht in der Steckdose steckt, verbraucht auch keinen Strom. Also: Stecker ziehen bei allem was einen Standbyverbrauch hat. Was hat einen Standbyverbrauch? Hier mal ein paar Beispiele und die ungefähren Kosten im Jahr:

Diese Verbräuche sind teilweise sehr verschieden und viele Elektrogeräte haben mittlerweile einen Standbyverbrauch von unter 1 Watt. Trotzdem haben nicht alle von und von jedem Gerät das neuste zuhause und entsprechend können diese Werte als Richtwerte dienen.

Zusammenfassung:

Durch die kostenlosen Maßnahmen aus Schritt 4 und die Nutzung von Neugeräten wird der jährliche Stromverbrauch von Fabian von 3.000 kWh auf 1.400 kWh gesenkt. Er spart somit jährlich 1.600 kWh bzw. 450 €. In den nächsten 25 Jahren würde er somit abzüglich der einmaligen Ausgaben für Neugeräte bereits 9.700 € sparen. Nimmt man sogar noch an, dass der Strompreis jährlich weiter um 4 % steigt, würde Florian sogar die anfangs erwähnten 17.000 € einsparen.

Natürlich gilt diese Summe nicht für jeden gleich und andere Verbrauchsverhalten oder Strompreise lassen diesen Wert eventuell nach oben oder unten ausschlagen. In der Tabelle seht ihr jetzt den neuen Verbrauch von Florian unterteilt nach Geräten nachdem die genannten Maßnahmen und Neuanschaffungen umgesetzt wurden.

Nach einem Jahr flattert dann deine neue Jahresabrechnung ins Haus. Mit dieser überprüfst in Schritt 6 über den Vergleich zu deinem alten Verbrauch, ob du dich wirklich verbessert hast. Falls nicht, dann kannst du noch einmal Schritt 2- 5 durchgehen und deinen Verbrauch im nächsten Jahr verbessern.

Schritt 7 ist es den Rebound Effekt zu vermeiden! Damit das ganze Energieeinsparen nicht nur mehr Geld bringt, sondern auch der Umwelt wirklich etwas Gutes tut, kaufst du dir von deinem eingesparten Geld am besten nicht fünf neue Elektrogeräte oder einen viel größeren Fernseher. Sonst landet man danach wieder bei seinem alten Energieverbrauch und alles war für die Katz. Besser ist natürlich man spart es zum Beispiel einfach oder nutzt es für nachhaltige Geldanlagen. Du kannst es auch für die Investition in erneuerbare Energien nutzen mit denen du deine Stromrechnung sogar noch weiter senken kannst.

Das Video zu diesem Artikel findest du unter diesem Beitrag 🙂

Richtig heizen: in 13 Schritten Geld und Energie sparen.

Flo und Annika leben zusammen auf 110 m² in einem Einfamilienhaus, heizen mit Erdgas und haben gerade Ihre Heizkostenabrechnung für das Jahr 2018 bekommen, wonach sie für das gesamte Jahr 1.870 € zahlen müssen. Im Internet haben sie einen Vergleich von Heizkosten für Ihren Gebäudetyp und die Quadratmeterzahl gefunden und sehen:

Heizspiegel 2018

Ohauerha! Es lassen sich bis zu 1.010 € jährlich einsparen! Die beiden fragen sich dann wie sie das in diesem Jahr ändern können; schließlich steht wieder der Winter vor Tür. Worauf müssen sie achten und ist das Ganze nicht viel zu schwierig umzusetzen?

In den nächsten 13 Schritten werde ich zeigen, dass es total einfach ist eine Menge Heizkosten zu sparen und wie Flo und Annika es schaffen sowohl der Umwelt als auch ihrem Geldbeutel etwas Gutes zu tun. Am Ende des Artikels zeige ich dir dann außerdem wie du einfach deine Heizkosten vergleichen kannst. Viel Spaß dabei!

Im ersten Schritt müssen Flo und Annika ihre Heizung verstehen. Damit meine ich nicht, dass die beiden anfangen sollen sich mit ihrer Heizung zu unterhalten, sondern sie müssen die Funktionsweise des klassischen Thermostats verstehen, das in sehr vielen Heizkörpern verbaut ist. Dabei haben die beiden nämlich immer gedacht, dass die Nummer auf dem Thermostat die Durchflussmenge des warmen Wassers regelt und 5 quasi viel Wasserdurchfluss und 1 wenig Wasserdurchfluss bedeutet. Tatsächlich ist es aber so, dass du mit der gewählten Zahl auf dem Thermostat die Solltemperatur vorgibst, also die Temperatur, die deine Heizung automatisch im Raum einstellt. Dabei geben die Ziffern am Thermostatkopf folgende Temperaturen vor:

  • 1 = 12° Celsius
  • 2 = 16° Celsius
  • 3= 20° Celsius
  • 4= 24° Celsius
  • 5= 28° Celsius
Thermostat (Heizung, 2021)

Vereinfacht erkennt das Thermostat die Umgebungstemperatur über einen Temperaturfühler. Dieser Temperaturfühler besteht zum Beispiel aus einer Ausdehnungsmasse oder einer Flüssigkeit, die sich bei Wärme ausdehnt und bei Kälte zusammenzieht. Mithilfe des Übertragungsstifts führt die Ausdehnung oder das Zusammenziehen des Temperaturfühlers dazu, dass sich dieser Übertragungsstift nach vorne oder hinten bewegt und damit gleichzeitig das Ventil weiter öffnet oder schließt. Dieses Öffnen und Schließen führt dann zu einer Änderung des Wasserdurchflusses durch deine Heizung und die Temperatur im Raum nähert sich dann der eingestellten Temperatur.

Funktionsprinzip – Heizkörperthermostat (Heizungsbauer, 2021)

Nachdem Annika und Flo verstanden haben wie ihre Heizung funktioniert, können sie ab sofort besser auf die richtige Raumtemperatur achten. Aber was ist eigentlich die „richtige“ Raumtemperatur? Die hängt natürlich auch immer von den persönlichen Vorlieben ab, die allgemeine Wohlfühltemperatur liegt aber im Wohnzimmer zwischen 19 und 22 Grad. Im Bad darf es mit ca. 23 Grad auch ruhig ein wenig wärmer sein, in der Küche sind 18 – 20 Grad angemessen, während im Schlafzimmer auch Temperaturen zwischen 16 und 19 Grad ausreichend sind. Annika und Flo senken ab sofort ihre Raumtemperatur im Jahresmittel um 3 Grad Celsius und sparen dadurch bereits 18 % Heizenergie ein, da jedes Grad Temperatursenkung ca. 6 % Heizenergie einspart.

Annika und Flo verlassen beide morgens um 8 Uhr das Haus und warum sollte dann das Wohnzimmer immer noch mit 22 Grad geheizt werden bis beide um 17 Uhr zurückkommen, wenn doch jedes Grad Unterschied bereits 6 Prozent Einsparung ausmacht? Und warum sollte alles normal beheizt werden, wenn sowieso beide schlafen? Aus diesem Grund können sie vorm Verlassen der Wohnung bzw. vor dem Schlafen in einigen Bereichen über die Thermostate die Temperatur anpassen und so ebenfalls Energie sparen. Puha! Ganz schön anstrengend denken sich die beiden jeden Tag an den Thermostaten rumspielen zu müssen. Aus diesem Grund ist der nächste Tipp…

Diese ersetzen die manuellen Thermostate und können entweder bequem über eine App programmiert werden oder werden direkt am Thermostat an die Tagesgewohnheiten angepasst. Einen ausführlicheren Artikel zu elektronischen Thermostaten, in dem ich den Einbau, die Funktionsweise und die Einstellung erkläre sowie die Frage beantworte, ob sich eine solche Investition überhaupt lohnt, wird es demnächst auch nochmal auf dieser Seite geben.

Elektronische Thermostate findest du beispielsweise hier: Klick *

Elektronisches Thermostat (Energienutzer, 2021)

Dieser Punkt ist nicht nur in den aktuellen Corona Zeiten wichtig, sondern auch für die Optimierung deines Heizenergieverbrauchs. Optimal ist es zwei bis viermal am Tag alle Fenster gleichzeitig aufzureißen und mit der Stoßlüftung für kompletten Durchzug und einen Luftwechsel in der Wohnung oder dem Haus zu sorgen. Nach ca. 5-10 Minuten können die Fenster dann wieder geschlossen werden.

Bisher haben Annika und Flo während der Arbeitszeit einige Fenster in der Wohnung auf Kipp stehen lassen, was allerdings in der Heizperiode keine gute Idee ist, da dies sowohl den Energieverbrauch in die Höhe treibt, als auch Schimmelbildung begünstigt. Aus diesem Grund bauen die beiden das Lüften nun fest in Ihren Alltag ein und lüften dreimal täglich mit Stoßlüften nach dem Aufstehen, nach der Rückkehr von der Arbeit und kurz vor dem zu Bett gehen.

Da Flo und Annika sich dazu entschlossen haben elektronische Thermostate* zu installieren, erkennen diese sogar, dass es mit dem Öffnen der Fenster schnell abkühlt und heizen dann nicht mehr weiter. Bei manuellen Thermostaten solltest du aber darauf achten, dass du diese vor dem Öffnen der Fenster kurz runterdrehst und danach wieder auf die gewünschte Temperatur einstellst. Ansonsten heizen diese auf höchster Stufe während das Fenster geöffnet ist.  

Haben dir die ersten 5 Schritte bereits gefallen, dann schau doch gerne mal auf meinem YouTube oder Instagram Kanal vorbei und lass gerne mal ein Like da und / oder Abo da. Hier erfährst du in einfachen Schritt für Schritt Videos wie du sowohl der Umwelt als auch deinem Geldbeutel etwas gutes tun kannst und ich werde auch speziell zu den Heizthemen noch weitere Videos machen.

Im siebten Tipp sorgst du dafür, dass sich das Heizungswasser optimal im gesamten Heizkörper verteilen kann. Das ist wichtig, da sich teilweise Luft im Heizkörper sammelt, die dafür sorgt, dass deine Heizkörper gluckern oder eventuell nicht mehr richtig heizen. Für diese Entlüftung benötigst du lediglich einen Heizkörper Entlüftungsschlüssel, einen kleinen Becher und einen Lappen. Danach gehen Annika und Flo einmal jährlich vor der Heizperiode also ca. Ende September durch die gesamte Wohnung und entlüften jeden Heizkörper. Dafür muss im ersten Schritt die Umwälzpumpe abgestellt werden. Danach der Heizkörper maximal aufgedreht werden, das Gefäß unter der Entlüftungsventil gehalten und mithilfe des Entlüftungsschlüssel das Ventil an der Heizung geöffnet werden, woraufhin die Luft aus dem Heizkörper entweicht. Sobald Wasser austritt, muss das Ventil wieder geschlossen werden und der Vorgang ist beendet.

Entlüftungsschlüssel findest du hier: Klick*

Ein weiterer Tipp ist es freiliegende Heizungsrohre zu isolieren. Habt ihr beispielsweise einen Heizungsraum oder einen Heizungskeller mit vielen freiliegenden Rohren, kann es sein, dass es dort bereits sehr warm ist. Das muss allerdings nicht sein und es können die freiliegenden Rohre ganz einfach mit Rohrisolierungen isoliert werden. Dadurch wird bis zu dem Weg zu deiner Heizung und somit dem eigentlichen Bestimmungsort für die Wärmeübertragung nicht so viel Wärmeenergie abgegeben.Rohrisolierung findest du z.B. hier: Klick*

Für den nächsten Tipp zündet Flo erstmal eine Kerze an. Nicht um Annika heute Abend romantisch zu bekochen, sondern Flo prüft mit der Kerze alle Fenster und Türen in seiner Wohnung nach Undichtigkeiten. Dafür schließt er alle Türen und Fenster, die von seiner Wohnung nach draußen führen und öffnet alle Zwischentüren in seiner Wohnung. Danach fährt er langsam mit der Kerze an den Außenseiten der Fenster und Türen lang. Fängt die Kerze an zu flackern, bedeutet das, dass kalte Luft von außen in die Wohnung eindringt. Dies sorgt dafür, dass mehr geheizt werden muss und außerdem kann die feuchte kalte Luft die Schimmelbildung an den Fenstern begünstigen. Solltet ihr solche Stellen bemerken, hängt es stark davon ab welche Fenstertypen ihr habt, wenn ihr Maßnahmen dagegen ergreifen wollt. Ich habe euch mal ein YouTube Tutorial für den Austausch einer Dichtung Ich habe euch mal ein YouTube Tutorial für den Austausch einer Dichtung verlinkt.

Andere Lösungen sind z.B. Durchzugstopper aus Textilien, neue Silikon- oder Schaumstoffdichtungen oder andere Dämmmaterialien (z.B. Dichtungsband Fenster* oder Dichtungsband Türen*). Mit diesem Tipp lässt sich über das Jahr genug Energie sparen, sodass Flo Annnika von den Einsparungen sogar zu einem romantischen Abendessen einladen kann 🤩.

Derzeit halten die beiden in ihrer Wohnung mit bestimmten Gegenständen wie der Couch oder den Schränken keinen Abstand zu den Heizkörpern. Dabei können zwei Probleme entstehen.

Steht die Couch halb vor dem Heizkörper, auf der Seite wo das Thermostat nicht liegt, muss der Heizkörper für die Erreichung der gewünschten Raumtemperatur sehr viel mehr heizen, da die Couch die Wärme quasi „einfängt“ und die Wärme in der Couch speichert, diese aber schlecht die Wärme wieder an die Umgebung abgibt. Die Heizung des Raumes übernimmt dann fast nur der frei liegende Teil und benötigt deutlich mehr Energie als wenn der gesamte Heizkörper freiliegen würde. Um dieses Problem zu umgehen, muss genügend Abstand mit Möbelstücken von der Heizung gehalten werden. Dabei muss nicht der aktuelle Sicherheitsabstand von 1,5 Meter eingehalten werden, sondern es reichen ca. 50 cm, damit die erzeugte Wärme frei im Raum zirkulieren kann, besser ist aber sogar einen noch größeren Abstand einzuhalten.

Das zweite Problem, das durch Möbel vor dem Heizkörper entstehen kann ist, dass der Thermostatkopf verdeckt wird. Das führt zum elften Tipp nämlich den Thermostaten ausreichend Platz lassen. Wird der Thermostatkopf verdeckt oder liegt er beispielsweise unter einer Fensterbank und vor dieser Heizung hängt auch noch eine dicke Stoffgardine, kann es rund um den Heizkörper zu einem Wärmestau kommen. Das bedeutet, dass die Heizung die Solltemperatur erreichen möchte und anfängt zu heizen. Durch die Fensterbank und die Gardine kann die warme Luft des Heizkörpers nicht frei im Raum zirkulieren und sammelt sich in dem Zwischenraum zwischen Gardine, Fensterbank und Heizkörper. Da an dieser Stelle die Temperatur durch den Thermostat gemessen wird, regelt der Thermostat schon sehr früh die Wasserdurchflussmenge runter, weil an der Stelle schon die gewünschte Temperatur erreicht ist. Im gesamten restlichen Raum liegt die Temperatur aber noch unter der eigentlichen Solltemperatur.

Wenn man Rollläden in seiner Wohnung oder seinem Haus hat, sollten diese mit Einbruch der Dunkelheit an allen Fenstern geschlossen werden. Zwischen Rollladen und Fenster kann sich dann eine isolierende Luftschicht bilden, die den Wärmeaustausch nach außen verringern kann. Je nach Verglasung des Fensters kann der Wärmeverlust über das Fenster um bis zu 40 Prozent gesenkt werden. Bei einer Dreifachverglasung ist dieser Effekt eher geringer, bei einer Einfachverglasung höher. Da Flo und Annika keine Rollläden in ihrer Wohnung haben, ziehen sie jeden Abend die dicken Gardinen zu, und können so auch eine isolierende Luftschicht bilden und den Wärmeaustausch nach draußen ein wenig verringern.

Nachdem Flo und Annika in diesem Jahr alle Tipps umgesetzt haben, freuen sie sich auf Ihre Abrechnung und müssen erstaunt feststellen, dass die Einsparung doch nur knapp 400 € gewesen sind und entfolgen mir daraufhin wütend auf allen Kanälen, da sie nicht die angepriesenen 1000 € gespart haben. Damit ihr das nicht auch macht, möchte ich in diesem Schritt zeigen, dass der jährliche Energieverbrauch fürs Heizen nicht so gut vergleichbar ist wie beispielsweise der Stromverbrauch. Während der Stromverbrauch fast unabhängig vom Wetter ist und nicht so stark mit der Wohnungsgröße ansteigt, beeinflusst die Durchschnittstemperatur während der Heizperiode die Heizkosten sehr stark und auch die Wohnungsgröße hat einen deutlich größeren Einfluss. Auch ein schwankender Brennstoffpreis kann die Einsparungen varieren lassen, während man eigentlich gleich oder sogar weniger viel verbraucht hat. Ein guter Service ist hierbei der Heizcheck des Online-Portal CO2 Online. Hier hält man seine Heizkosteabrechnung bereit, gibt speziell für sein Gebäude seine Daten ein und erhält am Ende eine Übersicht, ob man sich mit seinem Verbrauch in einem guten oder schlechten Bereich befindet. Und eigentlich sollte sich dein Verbrauch in einem guten Bereich befinden, wenn alle genannten Maßnahmen aus den vorherigen Schritten umgesetzt wurden.

Ich hoffe dieser Artikel hilft nicht nur Flo und Annika dabei ihre Heizkosten zu senken, sondern auch euch. Denn diese Tipps erhöhen nicht nur die Lebensqualität durch ein angenehmes Raumklima, sie helfen sogar dabei Geld für schöne Dinge anzusparen und sorgen dafür, dass weniger CO2 unsere Umwelt belastet.

Euer Felix von EnergieTaler – nachhaltig für Umwelt und Geldbeutel

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