NACHHALTIG INVESTIEREN - IN 7 SCHRITTEN SOZIAL, ETHISCH UND ÖKOLOGISCH GELD ANLEGEN.

Du möchtest dein Geld investieren und langfristig deinen Vermögensaufbau selbst in die Hand nehmen, willst aber gleichzeitig ökologische, ethische und soziale Aspekte in deine Investitionsentscheidungen mit einfließen lassen?

Sauber! Dann bist du hier richtig. Ich habe mir in den letzten Jahren bereits ein zu fast 100 % grünes Portfolio aufgebaut und möchte dieses gemeinsam mit dir in den nächsten Jahren optimieren, dich auf dem Weg mitnehmen und auch dir zeigen, dass es gar nicht mal so schwer ist seine Finanzen „grün“ zu gestalten. Dafür möchte ich mein bisher gesammeltes Wissen mit dir teilen und dich durch das Gebiet der nachhaltigen Geldanlage Schritt für Schritt begleiten, dir zeigen was überhaupt eine nachhaltige Geldanlage ist, welche Arten der nachhaltigen Geldanlage es gibt und welche sonstigen Fehler es bei einer (nachhaltigen) Geldanlage zu vermeiden gilt! Dabei behaupte ich nicht „allwissend“ zu sein und ich werde dir nicht sagen welche Anlageklassen du zu kaufen hast oder welche nicht. Es geht vielmehr darum aufzuzeigen welche Schritte notwendig sind, um nachhaltig zu investieren und welche Möglichkeiten einem für eine nachhaltige Geldanlage überhaupt offen stehen. 

SCHRITT 1: WAS HEIßT ÜBERHAUPT NACHHALTIGE GELDANLAGE?

Das Thema „Nachhaltigkeit“ wird in sehr vielen Bereichen immer wichtiger und auch im Bereich der Geldanlagen spielen soziale, ethische und ökologische Aspekte zunehmend eine wichtige Rolle. Dennoch hat erst knapp ein Drittel der deutschen Bevölkerung (32%) den Begriff „nachhaltige Geldanlagen“ „schon einmal gehört oder gelesen“ [Quelle] .Und nochmal die Hälfte dieser Leute weiß am Ende, was tatsächlich unter diesem Begriff zu verstehen ist. Außerdem nutzen viele diese noch nicht, obwohl sie nachhaltige Geldanlagen zwar kennen und geben als Grund an, dass sie zum Thema zu wenig wissen oder von nachhaltigen Finanzanlagen eine zu geringe Rendite erwarten. Ich werde daher mit diesem Artikel probieren das Wissen bestmöglich zu erweitern und auch die Frage beantworten, ob die Vermutung der geringeren Rendite überhaupt stimmt.

Dafür zunächst einmal die Frage was nachhaltige Geldanlagen jetzt überhaupt sind. Die allgemeine Definition von Nachhaltigkeit lautet, „dass soziale, ökonomische und ökologische Faktoren so in Einklang gebracht werden, dass eine dauerhafte Bedürfnisbefriedigung durch die Bewahrung der natürlichen Regenerationsfähigkeit der beteiligten Systeme gewährleistet werden soll“.

Okaaay, klingt erstmal nicht ganz so leicht und wird vielleicht anschaulicher mit dem Beispiel der nachhaltigen Forstwirtschaft, wonach in einem bestimmten Zeitraum nur so viele Bäume gefällt werden sollten wie in der gleichen Zeit nachwachsen können. Somit ist die ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit gegeben. Werden jetzt zudem alle bei den Baumfällarbeiten beteiligten Personen fair behandelt, kann man vereinfacht von einem insgesamt nachhaltigen Prozess sprechen.

Trotzdem ist die Übertragung auf das Thema Geldanlage nicht ganz so einfach, da der Begriff „Nachhaltigkeit“ und somit auch eine „nachhaltige Geldanlage“ keine geschützten Begriffe sind, weshalb es keine glasklare Definition gibt. Aus diesem Grund erarbeitet die EU derzeit eine eindeutige Definition, womit zukünftig Finanzanlagen mit einem EU Label für Finanzprodukte versehen werden können, damit nicht jedes Bankhaus / jeder Emittent seine eigene Definition herausgibt.

Da dies allerdings noch bis Ende 2021 erarbeitet wird, werde ich mich hier erst einmal auf eine breiter gefasste Definition beziehen bei der neben den klassischen Anlagekriterien Rendite, Risiko und Liquidität auch qualitative Kriterien berücksichtigt werden, also was am Ende des Tages mit deinem Geld angestellt wird.

Und diese qualitativen Kriterien hängen immer sehr individuell von euren persönlichen Ansichten und Anlagenzielen ab. Möchtest du erneuerbare Energien unterstützen, möchtest du Unternehmen ausschließen, die im Verdacht der Kinderarbeit stehen oder aus der Rüstungs- und Tabakindustrie kommen? Die Antworten auf deine persönlichen Auswahlkriterien kann ich dir nicht abnehmen, aber ich helfe dir die Unterschiede zu verstehen und wie du zu den Anlageformen gelangst, die deinen Ansprüchen entsprechen. Mehr dazu in Schritt 3.

SCHRITT 2: BEVOR ES RICHTIG LOSGEHT – DIE BASICS DES INVESTIEREN.

„PORSCHE CAYMAN S, JUNGS!“ „Folge dieser Anleitung und du kannst in zwei Jahren mit 128.786 % Rendite in Rente gehen 😎.“ Falls du auf der Suche nach solchen Tipps und „Anleitungen für schnellen Reichtum“ bist, muss ich dich leider enttäuschen. Es wird hier „nur“ langfristige Strategien geben, die du selbst auf dich persönlich übertragen musst. Deshalb direkt zum Anfang der vielleicht wichtigste Tipp: Du bist selbst dein bester Anlageberater.

Damit meine ich, dass die Angebote der Hausbank, die neusten „Aktienempfehlungen“ in der Finanzzeitschrift oder die Jungs, die im Porsche Cayman S sitzen und dir erzählen, dass du nach 3 Monaten Trading vier Sportwagen fährst, meist eine bestimmte Absicht verfolgen. Hier hilft es sich immer zu fragen: Wem nützt es? Ein Bankberater (oder eher Bankverkäufer?) arbeitet nur im Auftrag der Bank bzw. auf Provisionsbasis und die Bank/der Bankberater will logischerweise Geld verdienen. Hier kommt es zum Interessenkonflikt. Empfiehlt der Bankberater nun ein für dich „besseres“ Produkt, das vielleicht weniger Provision einbringt oder doch lieber das  für dich „schlechtere“ Produkt, das eine hohe Provision beschert? Dieser Interessenkonflikt geht dann meist zu Lasten der Rendite des Anlegers. Niemand anderes ist so sehr daran interessiert, dass du eine sehr gute Rendite erzielst als du selbst.

Jetzt fragst du dich vielleicht was es mir denn nützt hier diesen Blog zu schreiben und meinen YouTube Kanal zu betreiben? Nunja erst einmal ist das hier mein Hobby und ich mache es aus Überzeugung, dass auch das Geld von uns Privatanlegern einen Unterschied machen kann. Es macht mir Spaß mich mit diesem Thema auseinander zu setzen, viele Leute für die Themenbereiche Energiewende und „grüne Finanzen“ zu begeistern und ich möchte zeigen, dass jeder Einzelne seinen Teil beitragen & Geld ein Teil der Lösung sein kann.

Ich werde hier im Gegensatz zu einem Bankberater keine einzelnen Finanzprodukte anpreisen an denen ich dann auch mitverdiene und dir damit deine Rendite schmäler. Ich werde lediglich Optionen aufzeigen nachhaltig zu investieren und es wird Empfehlungen für Banken bzw. Broker geben an denen ich zwar zum Teil auch eine Werbeprovision kassiere, aber auch nicht zwingend muss. Ich empfehle zum Beispiel die GLS Bank, obwohl ich dafür nichts erhalte oder Provisionen für eine Kontoeröffnung kassiere. Einfach, weil ich die Bank gut finde. 

Da wir das nun geklärt haben, werde ich dir in diesem Schritt fünf Fragen stellen, die du dir selbst ehrlich beantworten sollen könntest bevor du mit dem (nachhaltigen) Investieren anfängst. Diese fünf Fragen orientieren sich am Buch „Money – die 7 einfachen Schritte zur finanziellen Freiheit“* von Tony Robbins. Für das Buch hat Robbins Interviews mit mehr als 50 Starinvestoren, wie z.B. Warren Buffett geführt und hat so die besten Strategien für die private finanzielle Absicherung entwickelt. Das Buch ist als Grundlage wirklich zu empfehlen, legt allerdings keinen besonderen Fokus auf die Nachhaltigkeit. Aber dafür gibt es ja die nächsten Schritte 😇.

Frage 1: Was ist mein (finanzielles) Ziel?

Klingt vielleicht philosophisch, aber was möchtest du mit der nachhaltigen Investition eigentlich erreichen? Bist du zufrieden mit deinem Job und möchtest „ganz normal“ bis 67 arbeiten und einfach nebenbei einen kleinen Teil deines Gehalts guten Gewissens anlegen, um im Alter die Rente aufzustocken? Strebst du FIRE an (Financially Independence, Retire Early)? Möchtest du die Gewissheit jederzeit deinem Chef Lebwohl zu sagen und dich ohne finanzielle Probleme vom Acker zu machen? Möchtest du bestimmte nachhaltige Unternehmen unterstützen, die du für besonders wichtig für einen positiven Wandel unser Gesellschaft hälst?

"Nur wer sein Ziel kennt - findet den Weg."

Man erkennt schnell, dass die Absicht hinter einer Investition nicht pauschal beantwortet werden kann und individuell von deinen Zielen abhängt.

Dennoch muss die Frage beantwortet werden was denn das (finanzielle) Ziel ist. Kennt man das Ziel, kann man diesen Zielen ein Preisschild anhängen. Du willst mit 40 in Rente? Ja, was kostet dich denn ab dann dein Leben bzw. möchtest du dann ein Leben in Luxus oder ein „normales“ Leben weiterführen? Du willst deine Rente später um 500 € / 1000 € / 5000 € monatlich aufstocken? Wie viel musst du dann schon jetzt monatlich investieren / sparen? Du möchtest eine Luxusyacht, ein Ferrari, ein Haus am Meer und an beiden Armen eine Rolex tragen? Dann ermittel den Preis und du weißt welches finanzielle Ziel du erreichen musst (Auch wenn ich glaube, dass die meisten Leser hier dieses letzte Ziel nicht verfolgen 😝).

Diese Frage kann man natürlich nicht in 10 Minuten beantworten und man sollte sich für diese Frage schon ein wenig Zeit lassen, da es quasi auch die Frage nach deinem ungefähren Zukunftsplan beantwortet.  Man muss dafür auch nicht unbedingt wissen, dass man sich am 04.12.2032 sein Haus für 643.312 € kaufen möchte, welches für zwei Kinder ausgelegt ist, die im Jahr 2034 und 2036 auf die Welt kommen und wie hoch das Essensbudget im Januar 2046 aussieht, aber ein (grobes) Finanzziel ist unbedingt notwendig.

Frage 2: Wie erreiche ich mein (finanzielles) Ziel?

Du kennst zwar jetzt das Preisschild für dein finanzielles Ziel, aber es bleibt die Frage: Wie kann ich es überhaupt erreichen? Für die Beantwortung hilft die „SMARTE“ Formulierung des Ziels. SMART steht für: 

Während die messbare, akzeptierte (attraktive) und terminierte Beantwortung für deine Zielerreichung relativ schnell gehen sollte, werden wir uns in diesem Schritt anschauen wie man das Finanzielle Ziel spezifisch und realistisch formulieren kann.

Dafür die folgenden Beispiele:

Beispiel 1: Florian ist 25, Bachelorabsolvent und seit 2 Jahren im Berufsleben. Er verdient 2.200 € netto und hat Ersparnisse von 10.000 €, die bisher auf seinem Sparbuch liegen. Am Ende des Geldes ist meistens noch viel Monat übrig und wohin das Geld eigentlich den ganzen Monat über so hingeflossen ist, weiß er meist auch nicht so genau. Florians Eltern und Verwandte leben alle in „normalen Verhältnissen“ und es ist nicht davon auszugehen, dass Florian ein Vermögen erben oder auf anderen Wegen einen hohen Geldzufluss haben wird.

Beispiel 2: Annika ist 30 Jahre, arbeitet als Altenpflegerin und verdient monatlich 1.650 € netto, hat Ersparnisse von 25.000 € und erwartet ebenfalls keine großen Erben oder sonstige Geldzuflüsse.

Florian formuliert das Ziel: Ich gehe mit 50 Jahren mit einem Vermögen von XY € in Rente und lebe von den Kapitalerträgen. Annika formuliert das Ziel: Bei Renteneintritt mit 67 erhöhe ich meine Rente durch mein Vermögen von XY € um 500 € monatlich durch Kapitalerträge.

Messbar wird das Ziel über die Überprüfung des Kontostands und der Erreichung des bestimmten XY € Ziels. Akzeptiert bzw. Attraktiv ist dieses Ziel, da die beiden das Ziel selbst formuliert haben, dieses Ziel erreichen möchten und sich ab jetzt voll und ganz zu diesem Ziel commiten. Terminiert ist das Ziel durch Flos 50. Geburtstag bzw. Annikas 67.

Schwerer fällt die spezifische Zielformulierung und die Frage, ob es auch realistisch formuliert ist. Wie viel Vermögen benötigt Florian zu seinem 50. Geburtstag, um in Rente gehen zu können? Wie viel Annika für ihr Ziel? Dafür nutzen die beiden einen der vielen online verfügbaren „Finanzielle Freiheiten Rechner“.

Bei diesen muss Florian zunächst wissen wie hoch denn seine monatliche „Rente“ sein soll (siehe Frage 1). In unserem Rechenbeispiel nehmen wir an, dass Florian weiterhin 2.200 € netto monatlich zur Verfügung haben möchte, Annika kennt ihren Zielbetrag von 500 € bereits. Unter der Annahme der Parameter, dass jährlich Kapitalerträge von 5 % erzielt werden, die Inflation 2 % und der Abgeltungssteuersatz 26,375 % betragen, ergibt sich folgendes Bild:

Bei einer monatlichen Sparrate von 2.945€ hat Florian nach 25 Jahren ein Endkapital von 1.195.110€ zusammen. Erzielt Florian 5% mit seinen nachhaltigen Geldanlagen kann er mit einer monatlichen Rente von 2.200€ rechnen.

Bei einer monatlichen Sparrate von 97,18€ hat Annika nach 37 Jahren ein Endkapital von 189.145€ zusammen. Bei 5,0% angelegt kann Annika mit einer monatlichen Rente von 500€ rechnen.

Somit erweitern sich Florians und Annika Zielformulierung: Ich gehe mit 50 Jahren mit einem Vermögen von 1.195.110 € in Rente und lebe von den Kapitalerträgen. Annika: Bei Renteneintritt mit 67 erhöhe ich meine Rente durch mein Vermögen von 189.145 € um 500 € monatlich durch Kapitalerträge (angenommen jeweils 5 %).

Doch sind diese Ziele realistisch? Unter den derzeitigen Voraussetzungen ist eine Sparrate von 2.945 € für Florian natürlich nicht realistisch. Für Annika ist die Sparrate von 97,18 € in einer überschaubaren Höhe und wahrscheinlich bereits heute absolut möglich.

Wie lässt sich jetzt dieses Ziel für Flo dennoch erreichen? Folgend einmal vier Möglichkeiten, die zwar banal klingen im Kern aber die Stellschrauben sehr gut aufzeigen. Diese Möglichkeiten sind auch dann sinnvoll, wenn dein Ziel wie bei Annika „einfach nur“ lautet bei Renteneintritt ein zusätzliches Einkommen von 500 € aus deinen nachhaltigen Investitionen zu erzielen und du mit deinen Investitionen den Wandel zu einem nachhaltigeren Wirtschaftssystem unterstützen möchtest.

Diese vier Möglichkeiten lauten:

  1. Erhöhe deine Einnahmen

  2. Reduziere deine Ausgaben, Gebühren und Steuern

  3. Investiere in deine finanzielle Bildung

  4. Überdenke dein Leben und deine Lebensqualität

Für den ersten Punkt der Erhöhung seiner Einnahmen stehen Florian sehr viele Möglichkeiten offen. Neben der Erhöhung des Arbeitslohns, der Aufnahme eines Nebenjobs, dem Aufbau eines Nebeneinkommens beispielsweise durch einen Blog o.Ä. oder der Vermietung von Immobilien gibt es unzählige Möglichkeiten weitere Einnahmen (zusätzlich zu dem Hauptjob) zu erzielen. 

Der zweiten Möglichkeit, reduziere deine Ausgaben, Gebühren und Steuern, geht ein weiterer Schritt voraus, der wahrscheinlich sogar noch wichtiger ist als die Reduzierung der Ausgaben. Die finanzielle Situation muss bekannt sein. Florian erzielt monatlich ein Einkommen von 2.200 €, das meist sehr schnell aufgebraucht ist. Aber wohin fließt sein Geld? Erst nachdem Florian über ein paar Monate seine Ausgaben aufgeschrieben hat, wird klar, dass ein Großteil der Ausgaben unnötig hoch war oder sogar ganz eingespart werden können. Ungenutzte Abos, das Fitnessstudio, das so gut wie nie besucht wird, viel zu teure Verträge (Strom, Versicherung, Handy usw.)  oder auch zu hohe Ausgaben für Strom und Wärme. Alleine die Untersuchung dieser Ausgaben kann z.T. bereits über 250 € monatlich ausmachen.

Darüber hinaus richtet sich Florian nun ein festes monatliches Budget für bestimmte Ausgabengruppen ein und reduziert zum Beispiel das Shoppen von neuen Klamotten, was noch dazu ebenfalls die Umwelt schont. Außerdem kocht Florian nun viel mehr selber, gönnt sich vielleicht auch mal ein gebrauchtes statt einem neuen Smartphone und nutzt allgemein seine Gebrauchsgegenstände länger.

Ein weiterer Schritt ist, dass Florian bereits jetzt ein festen monatlichen Betrag als Sparrate festlegt. Diese setzt sich aus seinen Einsparungen aus den genannten Maßnahmen zusammen und beträgt zum Anfang natürlich noch nicht 2.945 €, aber immerhin 500 €. Dieser Betrag kann ohne große Beeinträchtigung der Lebensqualität erzielt werden und hilft bereits enorm die finanziellen Ziele langfristig zu erreichen.

Mit der dritten Möglichkeit, dem Investieren in die persönliche finanzielle Bildung, erhöht Florian seine Fähigkeit besser im Umgang mit Geld zu sein und mit seiner Sparrate bzw. seinen Investitionen die gewünschte Rendite zu erzielen. Dazu kann Florian Bücher oder Blog-Beiträge zum Thema Investieren lesen, Seminare besuchen, Podcasts hören usw.

Meine besten fünf Buch-Empfehlungen zu dem Thema Investieren habe ich dir folgend einmal aufgelistet. Diese Bücher legen fast alle keinen besonderen Fokus auf nachhaltiges Investieren. Das ist aber erst einmal nicht weiter wichtig, da die Grundlagen, unabhängig ob nachhaltig oder nicht, diesselben sind. Für die Nachhaltigkeit kommt dann dieser Blog ins Spiel.

  1. Gerd Kommer: Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs: Wie Privatanleger das Spiel gegen die Finanzbranche gewinnen*
  2. Tony Robbins: Money – Die 7 einfachen Schritte zur finanziellen Freiheit*
  3. Robert T. Kiyosaki: Rich Dad – Poor Dad*
  4. Napoleon Hill: Denk nach und werde reich*
  5. Robert T. Kiyosaki: Cashflow Quadrant*

Viele dieser Bücher beschreiben den Weg „reich zu werden“. Reich zu werden ist vielleicht nicht das Ziel das für alle Leser hier erstrebenswert ist, ein guter Umgang mit Geld verhilft aber ungemein zu Sicherheit, höherer Lebensqualität, Selbstständigkeit und vor allem mehr Freiheit. Außerdem verhilft dir ein guter Umgang mit Geld deine finanziellen Ziele stressfreier zu erreichen.

Die vierte Möglichkeit ist es sein Leben und die Lebensqualität zu überdenken. Florian schafft es bereits seine Ausgaben um 500 € zu senken ohne groß an seinem Leben etwas zu ändern. Dennoch reicht dies noch nicht die angestrebte Sparrate zu erreichen. Für die Erreichung kann er deshalb sein Leben und seine Lebensqualität überdenken. Dieser Punkt ist mit Sicherheit der Kontroverseste und verlangt vom „heutigen“ Florian eine hohe Einsatzbereitschaft für die höhere Lebensqualität des „zukünftigen“ Florians.

Derzeit fährt Florian mit einem Auto zur Arbeit (ca. 10 km entfernt), er wohnt in einer 80-qm Wohnung, geht öfters mal im Restaurant Essen und gönnt sich beim Einkaufen auch gerne mal die feinsten Sachen.

Ein Umsteigen aufs Fahrrad oder den ÖPNV, ein Umzug in eine kleinere und günstigere Wohnung, der Verzicht auf häufige Restaurantbesuche oder der ausschließlich günstige Einkauf im Discounter. Alles drastische Maßnahmen und ein starker Verzicht auf heutigen Komfort / Lebensqualität zur Erhöhung der zukünftigen Lebensqualität. Dennoch könnten mit diesem Maßnahmen mehrere hundert Euro monatlich zur Sparrate hinzukommen.

Hier muss Florian für sich selbst die Frage beantworten an welcher Stellschraube der vier Möglichkeiten er weiter schrauben möchte. Wenn der Einschnitt der Lebensqualität keine Option ist, muss halt z.B. das Einkommen weiter hochgeschraubt werden, um die finanziellen Ziele zu erreichen.

Auch Annika kann nun durch die Aufstellung und Reduzierung ihrer Ausgaben, dem Festlegen eines monatlichen Budgets für bestimmte Bereiche und eine kleine Erhöhung ihres Einkommens die monatliche Sparrate von knapp 100 € einfach und stressfrei umsetzen. Dabei muss Annika nicht ihr Leben und ihre Lebensqualität überdenken und erreicht dennoch ihre finanziellen Ziele.

Allgemein sind diese Ziele meist sehr langfristig. Um nicht nach ein paar Jahren die Motivation zu verlieren, kann es hilfreich sich auf dem Weg zum Ziel Zwischenziele zu setzen und diese entsprechend zu feiern. 

Abschließend muss man also sagen, dass die Beantwortung der Frage wie erreiche ich mein (finanzielles) Ziel? sehr individuell und sehr stark von deinem finanziellen Ziel und deinem Commitment zu diesem Ziel abhängt.

Frage 3: Kenn ich die Spielregeln des Investierens?

Für die Erreichung deines (finanziellen) Zieles ist jetzt dein Zielbetrag bekannt, aber wie erzielst du überhaupt einen Zuwachs des Geldes aus deiner Sparrate? Hast du dich bereits mit dem Thema Investieren auseinander gesetzt? Kennst du unterschiedliche Anlageklassen mit dem dazugehörigen Risiko/Renditechance/Liquidität? Wie sieht das mit den Steuern für deine Geldanlagen aus? Was für Strategien gibt es? Möchtest du passiv oder aktiv Investieren und warum?

 

Also bevor du startest musst du dir eine finanzielle (Grund-)Bildung aneignen. Diesen Punkt habe ich bereits in der vorherigen Frage aufgeführt (Investiere in deine finanzielle Bildung) und dir fünf Buchtipps zu diesem Thema genannt. Außerdem werde ich in den nächsten fünf Schritten genau auf diese Themen in Bezug auf nachhaltige Geldanlagen weiter eingehen. Damit ist es zwar noch nicht abschließend getan, aber es sollte als Einstieg bereits gut helfen.

 

 

Zur finanziellen Grundbildung gehört auch sich mit Finanzmythen auseinander zu setzen. Robbins geht in seinem Buch beispielsweise auf acht dieser Finanzmythen ein. Eines dieser Mythen ist, dass aktives Investieren passives Investieren schlägt. Damit ist gemeint, dass der Investor glaubt durch aktives Kaufen & Verkaufen von Vermögenswerten (Stock-Picking, Markettiming) bzw. durch die Beauftragung eines Vermögensverwalters, Bankberaters o.Ä. gegen eine Gebühr eine höhere Rendite als der Gesamtmarkt zu erzielen. Studien zu dem Thema sagen aber eindeutig, dass es 96 % der Fondsmanager nicht schaffen, ihren Vergleichsindex zu schlagen. Es macht somit Sinn passiv zu investieren. Aus diesem Grund basieren auch die später vorgestellten Anlagestrategien auf passivem Investieren.

Auch macht es langfristig einen extremen Unterschied, ob die Gebühren für ein Investment 1 % oder 3 % betragen. Folgendes Schaubild zeigt das ziemlich eindrucksvoll. Zwei Investitionsalternativen versprechen je 8 % Rendite. Die Kosten betragen in einem Fall 3 % in dem anderen 1 %. Logischerweise entscheidet man sich für den günstigeren Fall, aber wie hoch wäre denn der Unterschied zwischen den Alternativen? Ein paar Prozent?

Wie man bei einem Startkapital von 100.000 € und einem Anlagehorizont von 40 Jahren eindrucksvoll sehen kann: satte 793.447 € bzw. 53 % geringere Rendite! 

Auch wenn das jetzt für den Start nach extrem schwierigen Themen klingt, kann ich dir versprechen, dass die Materie gar nicht mal so kompliziert ist, wenn man Schritt für Schritt die Punkte abarbeitet.

Frage 4: Was ist für mich moralisch vertretbar?

Diese Frage kann nochmal in zwei Punkte aufgeteilt werden.

Sind Geldanlagen (z.B. Aktien) für dich moralisch vertretbar?

Viele Leute sehen Aktienhandel als Teufelszeug/Casino/Zockerei und neben ein paar Gewinnern gibt es viele Verlierer oder besser gesagt: Was der Eine verliert, gewinnt der Andere. Geschichten von Rentnern, die ihre gesamten Lebensersparnisse in Einzel-Aktien gesteckt haben und durch einen Bilanz-Skandal alles verloren haben, bestärken oftmals dieses Bild des „bösen Finanzmarkts„.

An dieser Stelle kann ich nur meine Meinung dazu aufführen.

Werden Aktien eines Unternehmens am Primärmarkt ausgegeben erhält das emittierende Unternehmen Kapital. Dieses Kapital kann für Entwicklung, Innovation, Neubau oder weitere Zwecke genutzt werden. Verhilft dieses Kapital zu einem Ausbau der unternehmerischen Aktivitäten, einem Umsatzwachstum, der Beschäftigung von neuen Mitarbeitern und einer Gewinnsteigerung ist dem erstmal nichts Negatives entgegenzubringen (bis auf eine Sache – siehe nächste Frage). 

Nun hat der Investor bereits sehr früh an das Unternehmen geglaubt und verkauft im Nachgang seine erworbenen Anteile am Unternehmen zu einem höheren Preis, da die Nachfrage nach den Anteilen gestiegen ist. Dies tut er an der Börse (am Sekundärmarkt). Einem weder moralischen noch unmoralischen Ort, da dies nur der Marktplatz zwischen Käufer und Verkäufer darstellt. Auf diesem Marktplatz handeln nun erwachsene Menschen und übergeben einen Unternehmensanteil zu einem für beide Seiten zufriedenstellenden Preis. Der Käufer geht davon aus, dass die Unternehmsanteile auch in Zukunft mehr wert sind, also die Nachfrage weiter steigt. Für mich ist daran wieder nichts Negatives festzumachen.

Welches Geschäftsmodell ist für dich unmoralisch?

Wenn jetzt die Ausgabe von Unternehmensanteilen dazu führt, dass das Unternehmen Eigenkapital erhält und damit seine Geschäftstätigkeiten ausbaut, gibt es einen Punkt der dennoch negativ sein kann. Fließen diese Investitionen in Geschäftsmodelle, die für dich persönlich negativ sind (Beispiele können sein Kohle- oder Atomkraft, Tabak-, Glücksspiel- oder Alkoholindustrie, Genforschung usw. sein) dann führen die Investitionen zu einem Ausbau dieser (negativen) Geschäfte. 

Auch wenn der Kauf bestimmter Anlageklassen, wie zum Beispiel einer Aktie, nicht direkt zu einem Mittelzufluss an das Unternehmen führt, kann man sich die Frage stellen, ob man diese Unternehmen unterstützen möchte. Denn eine erhöhte Nachfrage nach den Aktien, führt auch zu der leichteren Beschaffung von weiteren Mitteln.

Dazu habe ich letztens einen sehr interessanten Kommentar gelesen, den ich hier einfach mal teile: „Natürlich wird ein einzelner Aktienkauf nicht den Kurs beeinflussen, aber sollte das rechtfertigen andere moralische Maßstäbe anzusetzen? Ich sehe eine passende Analogie im Klimawandel. Ist es sinnvoll als Privatperson auf seine individuellen Emissionen etc. zu achten? Wird ja schließlich am Weltklima nichts ändern…
Ist es sinnvoll, dass Deutschland seine Klimaziele erreicht? Wir tragen ja schließlich auch „nur“ 2% der globalen CO2 Emissionen bei…
Dies muss letztlich jeder individuell beantworten. Ich bin jedoch der Meinung, dass nur weil andere Akteure einen größeren Einfluss haben, ist dies keine Rechtfertigung für sein eigenes Handeln geringere Standards anzusetzen.“ Dem stimme ich voll und ganz zu.

Ist also der Grundsatz der Geldanlage für dich in Ordnung werde ich dir im nächsten Schritt zeigen, wie man es schaffen kann solche für dich unmoralischen Unternehmen systematisch aus deinen Investitionsentscheidungen rauszuhalten.  

Frage 5: Wie hoch ist meine Risikobereitschaft?

Bevor du mit dem Investieren startest, solltest du deine persönliche Risikobereitschaft kennen. Das ist wichtig, um später in Schritt 5 dein persönliches Portfolio aufzubauen, welches perfekt zu dir und deiner Risikobereitschaft passt. In dem teilst du nämlich, je nach Risikobereitschaft, deine Anlageklasse in „Risikoarme“ und „Risikoreiche“ Teile auf.

Dazu als erstes die Frage nach deinem Notgroschen. Wie lange musst du für ein gutes Gefühl ohne Einkommen überleben können? Sind vielleicht noch andere Menschen von dir abhängig (Kinder, Eltern)? Hast du bereits andere Vermögenswerte als Sicherheit? Wie hoch und sicher ist dein Einkommen?

Als Richtwert können hier 3 bis 6 Monatsausgaben angesehen werden. Aber wie gesagt – die Entscheidung ist sehr individuell. Ich persönlich fühle mich zum Beispiel auch mit zwei Monatsausgaben pudelwohl.

 

Die zweite Frage ist wie hoch deine Nervenstärke gegenüber Verlusten ist? Dies hängt vielleicht auch von deinen bisherigen Erfahrungen mit Geldanlagen ab und auch von deiner allgemeinen Nervenstärke und Stressresistenz.

Außerdem ist eine dritte Frage wie hoch denn deine angenommene Rendite deiner Geldanlage ist. Möchtest du 8 oder 9 % jährlich erzielen, dann ist auch ein entsprechendes Risiko mit all seinen Konsequenzen und den entsprechenenden Schwankungen einzugehen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist auch deine Planung für die nächsten Jahre. Willst du demnächst heiraten und in 5 Jahren ein Haus bauen? Dann sollte ein geringeres Risiko gewählt werden, um höhere Kapitalverluste zu verhindern.

Die Beantwortung dieser Fragen sind extrem wichtig, da du bei einer zu hohen Risikoeinschätzung von deiner Strategie abweichen und bei einem Crash Panikverkäufe tätigen könntest. Dies würde den Plan eines passiven, langfristigen Investitionsansatz, wie ich ihn in Schritt 5 noch vorstellen werde, komplett zunichte machen.

SCHRITT 3: WELCHE ANSÄTZE NACHHALTIGER GELDANLAGEN GIBT ES?

Viele Anbieter von Geldanlagen haben den Trend der nachhaltigen Geldanlagen auch für sich erkannt und bewerben ihre Produkte mit bestimmten Nachhaltigkeitskriterien bzw. Begriffen. Und da die Definition einer nachhaltigen Geldanlage nicht geschützt ist, gibt es mehrere Begriffe unter denen nachhaltige Finanzanlagen mittlerweile angeboten werden. Die bekanntesten hierbei sind SRI und ESG. Es gibt aber auch weitere wie zum Beispiel Sustainability oder Low Carbon .

SRI steht für Socially Responsible Investment (SRI) oder teilweise auch Sustainable and Responsible Investing und steht quasi als synonym für nachhaltige Geldanlagen. Es umfasst nachhaltiges, verantwortungsvolles, ethisches, soziales und ökologisches Investieren. Dabei gibt es verschiedene SRI-Ansätzen also Konzepte wie man zu einer nachhaltigen Geldanlage kommt. Diese unterschiedlichen Anlagekonzepte können sich im Blick auf die Tiefe und Breite der angewandten Nachhaltigkeitskriterien z.T. stark unterscheiden. Während in manchen Fällen mehrere hundert umweltbezogene, soziale und/oder ethische Kriterien zur Bewertung einzelner Unternehmen zum Einsatz kommen, sind es in anderen Fällen nur einige wenige. Um diese verschiedenen Ansätze mal übersichtlich darzustellen, stelle ich euch sieben Ansätze vor. Dazu muss allerdings erwähnt werden, dass sich diese Ansätze nicht gegenseitig ausschließen müssen. Es können also für die Bildung eines nachhaltigen Anlageprodukts mehrere der folgenden Ansätze verwendet werden.  

1. Best-in-Class.

Hierbei verbleiben aus einer Auswahl bestimmter Unternehmen, die sich zum Beispiel in einem Fonds befinden, die besten 25 % oder manchmal auch nur 10 % in Bezug auf festgelegte Nachhaltigkeitskriterien im neugebildeten Anlageprodukt. Diese Nachhaltigkeitskriterien können beispielswiese ESG Kriterien sein, wobei ESG für Environment, Social, Governance steht. Hierbei werden also neben reinen Klima- und Umweltschutzzielen auch soziale Aspekte und Fragen zur Zusammensetzung und Qualität des Managements berücksichtigt. Konkrete Kritierien für Unternehmen können ein gut etabliertes Umweltmanagement sein, Effizienzsteigerungen im Energie- und Ressourcenverbrauch oder ein unabhängiger Verwaltungs- oder Aufsichtsrat.

Mit diesem Ansatz kann es aber passieren, dass auch Unternehmen im Anlageprodukt verbleiben, die man nicht unbedingt in einer nachhaltigen Geldanlage erwartet wie beispielsweise Ölfirmen, die aber innerhalb der Ausgangsunternehmen in ihrer Branche die vermeintlich „nachhaltigsten“ sind.

2. Ausschluss nicht nachhaltiger Sektoren.

Im zweiten Ansatz werden „nicht nachhaltige“ Sektoren bzw. Unternehmen aus dem Anlageprodukt ausgeschlossen. Diese Negativkriterien können beispielsweise Atomkraft, Rüstung, Tabak, Alkohol, Glücksspiel oder Pornographie sein.

3. Voraussetzung bestimmter Normen und Werte.

Im dritten Ansatz werden Normen- und Werte voraussgesetzt, die durch die Unternehmen oder Produkte eines Anlageprodukts erfüllt sein müssen. Die Werte und Normen ergeben sich zum Beispiel aus internationalen Standarts wie dem Global Compact der UN oder der OECD Leitsätze für multinationale Unternehmen. So werden beispielsweise Unternehmen ausgeschlossen, die im Verdacht der Kinderarbeit, Korruption oder Menschrechtsverletzung stehen.

4. Integration von ESG Nachhaltigkeitskriterien.

Im vierten Ansatz werden ESG-Nachhaltigkeitskriterien in die Auswahl integriert. Dabei liegt im ESG Ansatz der Fokus stärker auf der Förderung positiver sozialer und/oder ökologischer Entwicklungen, während in den anderen Ansätzen eher die Verhinderung negativer sozialer und / oder ökologischer Auswirkungen im Fokus steht.

5. Themenfonds.

Im fünften Ansatz werden gezielt Unternehmen eines bestimmten Sektors ausgewählt. Diese Sektoren können zum Beispiel erneuerbare Energien, grüne Immobilien oder Investitionen in soziale Projekte sein. 

6. Impact Investing.

Beim Impact investing sollen neben finanzielen Erfolgen auch soziale und ökologische Erträge messbar erzielt werden. Hier können P2P Kredite an kleine Unternehmen mit besonders nachhaltigen Lösungen oder das Community Investing als Beispiel genannt werden.

7. Engagement und Stimmrechtausübung mit Blick auf Nachhaltigkeitsthemen.

Beim Engagement und Stimmrechtausübung mit Blick auf Nachhaltigkeitsthemen erhofft sich der Investor über den Erwerb von Unternehmensanteilen beispielswiese in Form von Aktien aktiv auf die nachhaltige Ausrichtung des Unternehmens Einfluss zu nehmen oder zumindest über sein Stimmrecht Einfluss auf bestimmte Themen in der Jahreshauptversammlung zu nehmen.  

Die weiteren Begriffe Low Carbon und Sustainability, die neben SRI und ESG oft verwendet werden, können ebenfalls über die genannten Ansätze gebildet werden. Während Sustainability besonderen Wert auf den Ökologischen Part in Nachhaltigkeit setzt, werden im Low Carbon Nachhaltigkeitskriterium wiederum Unternehmen oder Produkte mit besonders wenig Treibhausgasemissionen berücksichtigt.

Welcher der sieben Ansätze für die Auswahl der Unternehmen oder Produkte in dem Anlageprodukt mit einem solchen Titel gewählt wird, hängt aber letztendlich immer vom dem Anbieter des nachhaltigen Anlageprodukts ab.

SCHRITT 4: ÜBERSICHT NACHHALTIGER GELDANLAGEN.

Um erst einmal einen Überblick im Dschungel der möglichen Anlageklassen zu bekommen, habe ich in der folgenden Tabelle mal einige Anlageklassen aufgeführt und nach dem Risiko bzw. der möglichen Rendite geordnet. Wie im ersten Schritt beschrieben kann eine Geldanlage im Allgemeinen nach den Anlagekriterien Rendite, Risiko und Liquidität bewertet werden. Für die Bewertung nachhaltiger Geldanlagen kommen dann noch die qualitativen Kriterien hinzu, die allerdings erst in der anschließenden Auflistung der einzelnen Anlageklassen erfolgt und nicht allgemeingültig für eine bestimmte Anlageklasse festgelegt werden kann.

Im Folgenden sind bereits einige der Anlageklassen näher beschrieben und werden dabei jeweils in fünf Abschnitten beschrieben:

  1. Erklärung
  2. Beispiele
  3. Rendite / Risiko
  4. Vorteile / Nachteile
  5. Nachhaltigkeit

Für diese Art der „Geldanlage“ habe ich einen separaten Artikel zu nachhaltigen Banken erstellt in dem ich erkläre was Nachhaltigkeit im Bankenbereich eigentlich bedeutet und dir einige Beispiele nachhaltiger Konten aufgeführt.

Den Artikel findest du hier.

1. Erklärung

ETF steht für Exchange Traded Fund und ist ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Referenz-Index nachbildet. Dieser Referenz-Index besteht aus vielen kleinen Einzelpositionen also z.B. aus vielen Aktien und setzt sich beispielsweise aus bekannten Indizes wie dem Dax zusammen. Weitere Formen von ETFs können Indizes einer gewissen Branche, eines Rohstoffs oder einer bestimmten Region sein.

Werden diese ETF physisch gebildet, kauft eine Gesellschaft die im Referenz-Index enthaltenen Aktien. Steigen diese Aktien jetzt im Wert, steigt auch der Wert der Gesellschaft. Erwerbt ihr einen ETF-Anteil, der durch diese Gesellschaft ausgegeben wurde, folgt dieser ETF-Anteil der Wertentwicklung der Gesellschaft und somit der Entwicklung des zugrundeliegenden Referenz-Index.

Das ist erstmal schön und gut, aber was genau ist jetzt das Problem mit der Nachhaltigkeit bei diesen Indizes? In vielen Indizes befinden sich teilweise bis zu mehreren tausend Unternehmen und ich behaupte einfach mal, dass ihr keine Lust habt bei der Auswahl eines ETFs jedes im Index enthaltene Unternehmen nach euren Vorgaben zu kontrollieren.  

Aus diesem Grund haben sich viele ETF-Anbieter dazu entschlossen gängige ETFs unter Berücksichtigung verschiedener nachhaltiger Kriterien anzubieten und die bereits bestehenden Mutterindizes oder eine Auswahl von Aktien quasi zu filtern. Die bekanntesten Nachhaltigkeitskriterien bzw. Begriffe sind dabei SRI und ESG. Es gibt wie in Schritt 3 bereits beschrieben auch weitere wie Sustanability oder Low Carbon

2. Beispiele

Neben deinen persönlichen subjektiven Qualitätskriterien sollte der ETF unabhängig davon, ob es jetzt ein nachhaltiger oder nicht nachhaltiger ETF ist, weitere allgemeine Kriterien erfüllen, damit du diesen ETF auch langfristig sicher und kostengünstig besparen kannst.

  • Es sollten ausreichend viele Unternehmen im Index enthalten, um weiterhin eine breite Streuung zu erzielen. Das sollten am besten über 200 sein
  • Das Fondsvolumen sollte mindestens 100 Millionen Euro betragen
  • Der ETF sollte mindestens 5 Jahre alt sein, was allerdings für nachhaltige ETFs oftmals noch nicht der Fall ist
  • Der ETF sollte physisch gebildet werden
  • Die Trackingdifferenz also deine tatsächlichen Kosten sollten möglichst gering sein und am besten unter 0,5 % betragen
  • Die Gebühren für den Sparplan bzw. Broker sollten gering sein
  • Du solltest einen langen Anlagehorizont von mindestens 5 eher sogar 10 Jahren annehmen, um Schwankungen durch Krisen aussitzen zu können

iShares MSCI World SRI

Als Beispiel für einen nachhaltige ETF habe ich den iShares MSCI World SRI rausgesucht. Für diesen Index werden drei der sieben Ansätze verwendet, die ich euch im letzten Teil vorgestellt habe. Es werden aus dem Mutterindex MSCI World, der die weltweit größten 1600 Unternehmen aus Industrieländern enthält, von Anfang an bestimmte Sektoren wie Atomkraft, Waffenproduzenten, Tabak, Alkohol, Glücksspiel oder Kohleabbau ausgeschlossen.

Außerdem werden Unternehmen ausgeschlossen, die nicht die Richtlinien der UN Global Compact einhalten. Von den dann übrig gebliebenen Unternehmen werden nach dem Best-in-Class Prinzip die 25 % der nachhaltigsten Unternehmen in den neuen Index aufgenommen.

So bleiben in den Top 10 der Unternehmen beispielswiese Microsoft, Walt Disney, Adobe Inc. Oder Salesforce enthalten.

Mit knapp 390 Unternehmen befinden sich immernoch ausreichend viele Unternehmen im Index und auch die Kriterien der Fondsgröße, der geringen Trackingdifferenz und der physischen Abbildung sind erfüllt. Leichte Kritikpunkte sind, dass es den Fonds erst seit 4 Jahren gibt, weshalb auch die Aussage über die Trackingdiffernce noch nicht allzu aussagekräftig ist. Außerdem berücksichtigt der ETF nur Industrieländer, wovon dann sogar insgesamt 60 % auf Amerikanische Unternehmen entfallen.

iShares MSCI EM SRI

Aus diesem Grund kann der ETF gut durch den iShares MSCI EM SRI ergänzt werden. Die SRI Ansätze zur Filterung des Mutterindizes sind ähnlich wie beim MSCI World. Es werden wieder bestimmte Branchen ausgeschlossen, die UN Global Compact Kriterien eingehalten und der Best-in-Class Ansatz gewählt.

Die Top 10 der Unternehmen sind hier sehr viel unbekannter. Dafür ist die Diversifikation auf viele Länder in diesem ETF gegeben. Es befinden sich 197 Unternehmen im Index, bei einer ausreichenden Fondsgröße, einer physischen Abbildung und eine Trackingdifferenz von 0,4 %. Aber auch diesen Fonds gibt es erst seit 4 Jahren.

iShares Global Clean Energy

Das Dritte bisschen andere Beispiel für einen nachhaltigen ETF ist der iShares Global Clean Energy. Bei diesem ETF wird der Ansatz des Themenfonds gewählt und es wird in die 30 weltweit größten Unternehmen investiert, die im Bereich der sauberen Energien tätig sind. Hier befinden sich in den Top 10 Unternehmen der Wind und Solarbranche wie Vestas, Solaredge oder Siemens Gamesa. Den Fonds gibt es seit 2008, wird physisch gebildet mit einer Fondsgröße von knapp 600 Millionen €. Die Trackingdifferenz liegt im Durchschnitt mit minus 0,53 % seit 2008 ebenfalls in einem sehr guten Bereich.

 

3. Rendite / Risiko

Wie ist jetzt die Rendite eines nachhaltigen ETFs im Vergleich zu einem „nicht nachhaltigen“? Dafür habe ich jeweils den Mutter Index im Vergleich zum nachhaltigen ETF dargestellt, der jeweils in hellblau dargestellt ist.

Für den MSCI World SRI erkennt man, dass der nachhaltige ETF den Mutterindex mit Rüstungsfimren usw. im Betrachtungszeitraum insgesamt um ca. 10 % übersteigt.

Beim MSCI EM SRI erkennt man das Gegenteil und der ETF liegt oft unterhalb des Mutterindex. Am Anfang der Corona Krise performt der nachhaltige ETF ebenfalls schlechter. In den letzten Monaten hat der SRI ETF aber stark zugelegt und mittlerweile den Mutterindex überboten.

Allerdings ist für die beiden Darstellungen zu erwähnen, dass die nachhaltigen ETFs beide noch nicht sehr alt sind weshalb ein Vergleich über einen langen Zeitraum bisher leider noch nicht möglich wird.

Für den Global Clean Energy Index gibt es keinen Mutterindex, weshalb ich ihn mit dem Energy Index verglichen habe in dem auch Öl-Konzerne wie Total, Shell oder Exxon vertreten sind. Hier erkennt man, dass der nachhaltige ETF sehr lange schlechter perfomert hat, aber insbesondere in dem letztem Jahr stark zugelegt hat und den Vergleichsindex übertroffen hat.

Allgemein kann man sehen, dass ein nachhaltiges Investment nicht unbedingt mit einer niedrigeren Rendite verbunden sein muss, was auch durch mehrere Studien eindeutig belegt wurde.

Für die Risiken gilt, dass ihr bei den ersten beiden ETFs eure Risiko immernoch relativ breit streut und Branchen- und Länderunabhängig investiert. Kombiniert ihr sogar beide ETFs wird eure Streuung noch größer.

Trotzdem unterliegen die ETFs den allgemeinen Risiken von Aktien, also beispielsweise konjunktuerellen Wirtschaftszyklen mit den entsprechenden Schwankungen, wobei das Risiko im Vergleich zu dem Kauf einzelner Aktien durch die größere Streuung gemindert wird. Bei einem ausreichend langen Investmenthorizont von mehr als 10 Jahren solltet ihr damit auch Krisen aussitzen können und so eurer Risiko weiter minimieren.  

Im Fall des Clean Energy ETF gilt, dass ihr zwar in verschiedene Länder, aber nur in eine Branche mit vergleichsweise wenigen Unternehmen investiert, wodurch das Investment hohen Risiken ausgesetzt ist, wenn die Branche mal nicht so gut läuft. Hier ist die Frage, ob ihr aus idealistischen Gründen dieses höhere Risiko wirklich in Kauf nehmen wollt.

4. Vorteile / Nachteile

Mit nachhaltigen ETFS wird stressfreies passives Investieren mit gutem Gewissen möglich. Über Sparpläne könnt ihr diese langfristig einfach besparen. Unter Berücksichtigung eines ausreichend langen Anlagehorizonts könnt ihr gute Renditen erzielen durch ein günstiges Anlageprodukt. Außerdem weisen viele ETFs eine große Auswahl von Unternehmen auf und bieten somit eine hohe Diversifikation.

ETFs bzw. nachhaltige ETFs vereinen somit die Vorteile von Aktien und Fonds in einem Produkt. Ihr könnt mit einem Wertpapier kostengünstig in ganze Märkte investieren und somit das Risiko breit streuen.

Ihr habt meist eine hohe Liquidität und könnt eure ETFs schnell wieder verkaufen.  Außerdem haben nachhaltige ETFs eine aus meiner Sicht bessere Zukunftsaussicht, da sich die Unternehmen auf den notwendigen Wandel unseres Wirtschaftens bereits heute einstellen.

Als Nachteile sind zu nennen, dass die Auswahl sehr Zeitintensiv sein kann, wenn du deine eigenen Recherchen bezogen auf deine Qualitätsansprüche an einen nachhaltigen ETF durchführst. Hast du diese aber einmal gefunden und als Sparplan eingerichtet ist auch dieser Nachteil nicht mehr so groß.

Weitere Nachteile sind, dass du teilweise fragwürdige Entscheidungskriterien der ETF-Anbieter über die Zusammensetzung der Fonds hast. Somit besteht die Möglichkeit, dass auch nach der Umsetzung der Nachhaltigkeitskriterien Schwarze Schafe in der Auswahl verbleiben. Ein oftmals angebrachter Nachteil von ETFs ist, dass du kein Aktien Stimmrecht hast – du wirst somit nicht zur Jahreshauptversammlung eingeladen und trittst dieses Recht an deine ETF-Gesellschaft ab. Damit gibst du letztendlich der ETF-Gesellschaft einen großen Einfluss auch in Hinblick auf Nachhaltigkeitsausrichtungen.

Weitere Nachteile sind, dass die Diversifikation teilweise nicht so hoch ist, wenn nur eine Branche betrachtet wird. Und die hohe Liquidität kann sowohl Vor- als auch ein Nachteil sein, da du in Krisen schnell von der Anlagestrategie des langfristigen Investieren abweichen könntest.

5. Nachhaltigkeit

Ja und wie nachhaltig sind diese Produkte jetzt tatsächlich? Wen ich unterstütze ich mit meinem Geld? In diesem Schritt habe ich bereits erklärt was beim Kauf eines physischen ETFs passiert. Das nachhaltige Unternehmen hat keinen direkten Vorteil von eurem Investment, da die Aktien, die sich in eurem ETF Anteile befinden, in den meisten Fällen am Sekundärmarkt erworben wurden und somit eure Einzahlungen nicht direkt an das Unternehmen fließen, sondern an die ETF Gesellschaft, die wiederum die Aktien von anderen Aktionären an der Börse kauft. Steigt jetzt die Nachfrage stark an den nachhaltigen ETFs und somit auch an den Aktien nachhaltiger Unternehmen, steigt auch der Aktienkurs.

Durch einen steigenden Aktienkurs, kann es wiederum für das Unternehmen leichter werden zukünftig über Kapitalerhöhungen weiteres Eigenkapital einzusammeln und kann so weiter wachsen und die nachhaltige Wirtschaft ankurpeln.

Also zusammengefasst: direkt unterstützt du mit deinem Geld nicht das Unternehmen. Indirekt kannst du aber durch die erhöhte Nachfrage den Aktienkurs steigen lassen und so nachhaltige Unternehmen unterstützen und zu einem Wachstum der nachhaltigen Wirtschaft beitragen.  

1. Erklärung

Mit dem Kauf einer Aktie erwirbst du einen Anteil an einem Unternehmen und du wirst, je nach Anzahl der Aktien, die du erwirbst, zu einem gewissen Prozentsatz Miteigentümer. Da du jetzt natürlich nicht Miteigentümer eines umweltschädlichen, unethischen oder asozialem Unternehmen werden möchtest, stelle ich dir drei ganz allgemeine Möglichkeiten vor wie du nachhaltige Aktien finden kannst. Diese Möglichkeiten stellen natürlich kein Patentrezept dar und ihr könnt auch auf weiteren Wegen nachhaltige Aktien finden.

  1. Als erstes kannst du bekannte ETFs oder aktive Investmentfonds durchstöbern, die bereits durch bestimmte Nachhaltigkeitskriterien gefiltert wurden. Beispiele solcher nachhaltigen ETFs habe ich dir im vorherigen Abschnitt gezeigt. Vorteil hierbei ist, dass du direkt aus einer großen Auswahl von Aktien wählen kannst. Allerdings gibt es hierbei auch ein Problem: Wie will man beispielsweise Microsoft und Walt Disney, die beide ein komplett anderes Geschäftsmodell verfolgen miteinander vergleichen? Welches Unternehmen arbeitet aus deinen persönlichen Gesichtspunkten heraus jetzt ökologischer, ethischer oder sozialer?
  2. In der zweiten Möglichkeit kannst du bestehende Listen nachhaltiger Einzelwerte online durchforsten. Dafür habe ich dir zwei Listen der Börse Hannover und vom Magazin für nachhaltige Geldanlagen EcoReporter einmal verlinkt. Ein Problem hierbei ist, dass die Kriterien zur Ermittlung dieser Werte teilweise nicht so transparent sind. Auch fällt wieder der Vergleich der Unternehmen schwer.
  3. Bei der dritten Möglichkeit kann man gezielt in einer besonders nachhaltigen Branche nach Unternehmen, die Aktien ausgeben, suchen. Dafür kann man sich zum Beispiel die Nachhaltigkeitsziele der UN anzuschauen und sich gezielt die Frage stellen, welche Unternehmen bei der Erreichung dieser Ziele zukünftig eine Rolle spielen werden.

Auch kann man sich die Frage stellen, welche Unternehmen und Technologien zur Erreichung unserer weltweiten Klimaziele notwendig sein werden?

Ein Beispiel aus den Nachhaltigkeitzielen der UN sind Unternehmen und Branchen, die Produkte oder Dienstleistungen im Bereich der erneuerbaren Energien liefern und dazu beitragen günstige und saubere Energie bereit zu stellen. Innerhalb dieser Branche kann es dann wiederum weitere Unterteilungen geben.

Ich werde in diesem Artikel auf die vier Bereiche Photovoltaik, Windenergie, Energiespeichertechnologie (Wasserstoff) und Mobilität folgend etwas genauer eingehen.

2. Beispiele

Photovoltaik

In diesem Abschnitt wird es um die 13 größten Photovoltaik-Aktien gehen. Bevor ich auf diese eingehe, werde ich kurz im Allgemeinen die Photovoltaik und die voraussichtliche zukünftige Entwicklung erläutern, da man grundsätzlich bei einer Investition immer das Anlageprodukte verstehen sollte.

Bei der Photovoltaik wird Lichtenergie, die von der Sonne ausgestrahlt in elektrische Energie mittels Solarzellen umgewandelt. Notwendige Komponenten dafür sind die Solarmodule, ein Wechselrichter, der den Gleichstrom in Wechselstrom wandelt, damit du den Strom auch in deinem Haushalt nutzen kannst und die notwendige Verkabelung sowie die Installation. Außerdem gibt es natürlich Unternehmen, die rund um das Thema Photovoltaik ihr Geschäftsmodell aufgebaut haben und beispielsweise komplette Solaranlagen vermieten.

Aber was genau ist an der Photovoltaik jetzt nachhaltig? Über die Lebenszeit produziert die Solaranlage ungefähr 10mal so viel Energie wie für die Herstellung der Anlage notwendig wird.

Es wird somit möglich die nahezu unbegrenzt zur Verfügung stehende kostenlose Energie der Sonne für unseren immer weiter steigenden Energiebedarf der Welt zu nutzen. Und dabei stellt die Photovoltaik neben der Wind- und Wasserkraft sowie der Biomasse einen großen Anteil der bisherigen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien dar und ist mittlerweile für große Freiflächenanlagen eine sehr günstige Möglichkeit der nachhaltigen Stromgewinnung.

Für eine langfristige und somit auch nachhaltige Investition muss aber auch die Säule der ökonomischen Nachhaltigkeit gegeben sein. Es bringt natürlich nichts, wenn das Unternehmen grün, sozial und ethisch ist und nach 3 Jahren seinen Geschäftsbetrieb einstellen muss, weil es unwirtschaftlich handelt. Deshalb kannst du dir als erstes die Frage stellen, ob allgemein diese Branche auch noch in 10-20 Jahren so existieren kann? Wird es den Unternehmen dieser Branche in 20 Jahren noch gut gehen und werden sie bis dahin sogar noch gewachsen sein?

Um dafür ein Gefühl zu bekommen, habe ich einmal den bisherigen Ausbau und die Ausbauziele der Photovoltaik bis 2050 für Deutschland und die Welt aufgeführt.

Getrieben durch das Erneuerbare Energien Gesetz in Deutschland, das 2000 eingeführt wurde, gab es insbesondere in den Jahren von 2008 bis 2012 einen sehr starken Anstieg der Photovoltaik.

Bis heute trägt die Photovoltaik bereits ca. 8,2 % zur Stromerzeugung des Landes bei. Ostern 2020 haben wir in Deutschland sogar Spitzenwerte von 27,6 % der deutschen Stromerzeugung alleine aus Photovoltaik erreicht.

Weltweit ist der starke Anstieg sehr viel nachgelagerter und befindet sich derzeit im vollen Gange. Während im Jahr 2008 Deutschland alleine knapp 30 % am Weltmarkt ausmachte, sind insbesondere in Asien die Zubauzahlen in den letzten Jahren stark gestiegen. So macht heute wiederum China bereits ca. ein Drittel aus, das zweite Drittel entfällt auf Europa und das dritte Drittel auf den Rest der Welt. Der Anteil der Photovoltaik am Gesamtstromverbrauch der Welt liegt aktuell allerdings erst bei ca. 2 %.

Und wie geht’s jetzt bis 2050 weiter? Als Zwischenziel bis 2030 hat die Bundesregierung das Ziel die Photovoltaikleistung auf 98 GW zu erhöhen, was einem Zuwachs von knapp 100 % entsprechen würde.

Bis 2050 wird sich diese Zahl nochmal weiter auf 200 bis 240 GW erhöhen, je nach Szenario und Quelle. Diese prognostizierten Ausbauzahlen für Deutschland machen aber nur einen verschwindent kleinen Teil der prognostizierten weltweiten Zubauzahlen aus, da vor allem der Ausbau in Asien und Nord Amerika sehr viel stärker ansteigen wird, wie man der Graphik entnehmen kann. So wird sich der prognostizierte Ausbau im Vergleich zu heute auf 8.520 GW versiebzehnfachen, wovon knapp 55 % alleine auf den Asiatischen Kontinent entfallen werden.

Die 13 größten Photovoltaikaktien

Aber auch wenn jetzt der Solarbranche allgemein eine gute Zukunft vorausgesagt wird, muss das für die beispielshafte Auswahl von Einzelaktien natürlich nicht heißen, dass jedes Unternehmen von dem voraussichtlichen weltweiten Photovoltaikzuwachs profitieren wird.

Bei der Auswahl einer Einzelaktie sind deshalb noch weitere allgemeine Aspekte zu berücksichtigen wie das Geschäftsmodell, die Marke, die Innovationskraft, ein kompetentes Management und die Abgrenzung zu Konkurenzunternehmen durch Unique Selling Points. Zusätzlich sollten in die Auswahl dann die Analyse bestimmter Aktien Kennzahlen einbezogen werden. Diese Kennzahlen können

  • Das Kurs-Gewinn Verhältnis
  • Verhältnis der langfristigen Verbindlichkeiten zum Gesamtkapital
  • Marktkapitalisierung
  • Return on Equity
  • Umsatzwachstum
  • Dividende / Dividendenrendite
  • Netto Gewinnwachstum
  • Und viele weitere sein.

Eine Erläuterung aller dieser Begriffe würde für diesen Artikel zu lange dauern und es soll lediglich verdeutlicht werden, dass Aktien nicht alleine aufgrund einer ansprechenden Außendarstellung oder ein paar positiver Nachrichten in den Medien ausgewählt werden sollten.

In der folgenden Tabelle sind die 13 größten Solaraktien geordnet nach Marktkapitalisierung und somit völlig Wertungsfrei zum Zeitpunkt des 22.05.2020 aufgeführt. Außerdem habe ich das Geschäftsfeld aufgeführt in dem sich dieses Unternehmen innerhalb des Solarbereichs befindet. Das muss allerdings nicht zwangsläufig heißen, dass sich auch die Hauptaktivität des Unternehmens in diesem Bereich befindet.

So sieht man zum Beispiel, dass Tesla hier an der Spitze steht und das Hauptgeschäft von Tesla nicht die Solarmodulinstallation ist, sondern der Großteil des Umsatzes aus dem Verkauf von Elektroautos erzielt wird. Dennoch versucht sich Tesla auch in der Installation und Herstellung von Solarmodulen und könnte als einer der größten Lithium-Ionen-Batterienherstellern zukünftig einen Beitrag dazu leisten Strom aus Photovoltaikanlagen auch über längere Zeiträume speicherbar zu machen.

Neben Solarmodulhersteller und Hersteller von Solarkomponenten wie Wechselrichtern, befinden sich unter den Top 13 Unternehmen der Energieversorgungsbranche, die vermehrt auf erneuerbare Energien und insbesondere Photovoltaik setzen sowie Finanzierer und Betreiber von Großanlagen, sogenannten Yieldcos, die mit Solaranlagen als Investment einen gesicherten Cashflow erzielen. Zusätzlich habe ich euch noch den Umsatz im Jahr 2019, die Kennzahlen Kurs Gewinn Verhältnis, die Dividendenrendite und die durchschnittliche Rendite der letzten 5 Jahre aufgeführt (Stand 05/20).

Zwar erfolgt die Auflistung in der Tabelle nach Marktkapitalisierung, ein großer Wert hierbei muss aber nicht automatisch einen nachhaltigen Unternehmenserfolg in den nächsten Jahren garantieren. Für eine konkrete Auswahl eines dieser Unternehmen müsste eigentlich eine Aktienanalyse mit den bereits aufgeführten Aktienkennzahlen für jedes Unternehmen erfolgen.

Windaktien:

Auch für die Windaktien werde ich kurz im Allgemeinen Windenergieanlagen und die voraussichtliche zukünftige Entwicklung zeigen.

Windenergieanlagen nutzen den kostenlosen und unbegrenzt zur Verfügung stehenden „Rohstoff“ Wind, indem der Rotor der Anlage, also der Teil an dem die drei bekannten Rotorblätter eines Windrades enden, die Bewegungsenergie des Windes zunächst in mechanische Rotationsenergie umformt. Ein Generator im Inneren der Windenergieanlage wandelt diese Rotationsenergie anschließend in elektrische Energie um und schon haben wir am Ende grünen Strom ohne die Nutzung eines fossilen Brennstoffes erzeugt.

Unterschieden werden können die Anlagen dann nochmal zwischen den klassischen Windrädern wie man sie kennt nämlich am Land, also Onshore WEA, oder Offshore WEA, also Anlagen, die vor der Küste im Meer erbaut werden.

Unternehmen der Windbranche können Hersteller von eben diesen Anlagen sein, Projektierungsunternehmen, die Windenergieprojekte On- oder Offshore planen und umsetzen, Investmentgesellschaften, die ihren Cashflow aus dem Betrieb von Windenergieanlagen erzielen sowie Betreiber von diesen Anlagen sein, da die Anlagen auch nach Aufstellung eine gewisse Pflege benötigen.

Und natürlich gibt es auch rund um die Branche weitere Geschäftszweige wie die Zulieferer der Anlagenteile oder Vermarktungsunternehmen, die den Strom aus den Windenergieanlagen vermarkten.  

Und wie steht es jetzt um die Nachhaltigkeit dieser Energieerzeugungsform? Eine Windenergieanlage hat sich bereits nach 3 – 7 Monaten energetisch amortisiert. Somit produziert eine Windenergieanlage bei einer angenommenen Lebenszeit von 20 Jahren ungefähr 30- bis 80 mal so viel Energie wie für die Herstellung notwendig geworden ist. Und da im laufenden Betrieb keine weiteren Rohstoffe benötigt werden außer der kostenlose und emissionsfreie Wind, werden im Betriebszeitraum auch keine weiteren CO2- Emissionen freigesetzt.

Aber auch für die folgenden Unternehmen der Windbranche bringt es natürlich nichts, wenn die Windkraft eine besonders grüne Energieerzeugungsart darstellt und die Unternehmen der Branche besonders sozial und ethisch sein und nach 3 Jahren der Geschäftsbetrieb einstellen werden muss, weil es unwirtschaftlich handelt. Das jüngste Beispiel ist hier das Unternehmen Senvion, die 2018 in Deutschland noch einen Marktanteil von knapp 8 % der Windenergieanlagen hatten und 2019 die Insolvenz eröffnet haben.

Somit gilt auch für Windaktien, dass für eine nachhaltige Investition die Säule der ökonomischen Nachhaltigkeit unbedingt gegeben sein muss. Deshalb auch hier wieder die Frage, ob erstmal diese Branche im Allgemeinen auch noch in 10-20 Jahren so existieren kann und werden die Unternehmen in diesen Jahren auch noch weiter wachsen?

Um dafür ein Gefühl zu bekommen habe ich einmal den bisherigen Ausbau und die Ausbauziele bzw. prognostizierten Ausbaupfade der Windenergie bis 2050 für Deutschland und die Welt aufgeführt.

Seit dem Start der Graphik für Deutschland im Jahr 2005 mit einer installierten Leistung von 18 GW gab es bis heute einen einigermaßen konstanten Anstieg auf 54 GW für Onshore Windenergie. Ab 2014 erkennt man dann auch einen ersten Zuwachs der Off-Shore Windenergie. Insgesamt trägt die Windenergie bis heute bereits ca. 21,1 % zur Stromerzeugung in Deutschland bei. Verglichen mit dem Weltweiten Wert von 5,6 % steht Deutschland hier bereits ziemlich gut dar.

Wie auch für die Photovoltaik gilt, dass Deutschland besonders in den Anfangsjahren einen großen weltweiten Anteil von bis zu 30 % hatte und in den letzten Jahren inbesondere die Asiatischen Länder ihren Anteil weiter erhöht haben. So macht heute wiederum alleine China bereits knapp 36 % aus.

Und wie geht’s jetzt bis 2050 weiter? Als Zwischenziel bis 2030 hat die Bundesregierung das Ziel die Windenergie Onshore auf 69 GW und Offshore auf 20 GW zu erhöhen, was einem Zuwachs von knapp 60 % entsprechen würde. Bis 2050 wird der Ausbau auf ca. 220 GW geschätzt und würde die derzeitige Leistung vervierfachen. Genaue Ziele oder Schätzungen konnte ich für die Offshore Windenergie leider nur bis 2030 finden, weshalb diese ab 2030 erstmal nicht weiter steigt.  

Diese prognostizierten Ausbauzahlen für Deutschland machen aber nur einen sehr kleinen Teil der prognostizierten weltweiten Zubauzahlen aus, da vor allem der Ausbau in Asien und Nord Amerika sehr viel stärker ansteigen wird, wie man der Graphik entnehmen kann. So wird sich der prognostizierte Ausbau der Windenergie am Land im Vergleich zu heute auf ca. 5050 GW verachtfachen und der Ausbau Offshore auf knapp 1000 GW fast vervierzigfachen.

Der Ausbau um das 40 fache muss aber nicht heißen, dass sich auch der Umsatz um das 40fache steigert, denn mit der Zeit werden auch die Kosten für die Windenergieanlagen vermutlich weiter sinken. Und genau wie für die Photovoltaik gilt, dass auch der Windenergieausbau zu über 50 % auf den Asiatischen Kontinent entfallen wird.

Zusammengefasst kann man aber trotzdem festhalten, dass der Windbranche im Allgemeinen unter der Berücksichtigung eines entsprechend langen Anlagehorizonts gute Zeiten voraus stehen.

Die 10 größten Windaktien

In der Liste seht ihr jetzt die größten 10 Windaktien geordnet nach Marktkapitalisierung zum Zeitpunkt des 03.06.2020. Als Kenngrößen habe ich das Geschäftsfeld aufgeführt in dem sich das Unternehmen innerhalb der Windbranche befindet. So erkennt man neben Herstellern von Windenergieanlagen wie Nordex, Vestas oder Siemens Gamesa, auch wieder Finanzierer und Betreiber von Großanlagen sogenannten Yieldcos, die mit Windenergieanlagen als Investment einen gesicherten Cashflow erzielen und über vergleichsweise hohe Dividendenzahlung die Aktionäre am Gewinn beteiligen. Außerdem befinden sich auch Energieversorger in der Liste, die ihren Großteil der Energie aus Windkraft beziehen.

Auf die drei Unternehmen Orsted, Nordex und Encavis AG bin ich in  dem folgenden Video noch etwas genauer eingegangen und habe ich dir hier einmal verlinkt. 

Elektromobilität:

In meinem Artikel: Megatrend Elektromobilität – Mit Aktien und ETFs von (grüner) Verkehrswende profitieren. habe ich gezeigt warum Elektromobilität aus Sicht des Klimaschutzes eine wichtige Rolle einnehmen könnte, wie sich der Ausbau bisher entwickelt hat und zukünftig entwickeln könnte. Außerdem habe ich gezeigt wie viel Emissionen ein Elektroauto wirklich verursacht.

In diesem Abschnitt möchte ich zeigen welche Unternehmen von einem Ausbau der Elektromobilität entlang der Prozesskette profitieren könnten. Dafür bedarf es grünen Strom für einen wirklich positiven Klimanutzen der Elektromobilität. Wie du in Unternehmen der Wind oder Solarbranche investieren kannst, habe ich dir oben bereits gezeigt.

Dieser grüne Strom wird dann über unsere Übertragungs- und Verteilnetze zum Ladepunkt transportiert und kann dort über eine Ladestation die Batterie des Autos laden. Diese Ladestationen können entweder im Privathaushalt oder an öffentlichen Ladepunkten installiert werden. Im Elektroauto wird dann der Strom aus der Batterie genutzt und diese elektrische Energie wird dann in einem Elektromotor in kinetische Energie umgewandelt und versetzt das Auto in Bewegung.

Weitere Profiteure entlang dieser Prozesskette sind neben den genannten Wind- und Solarunternehmen also Ladeinfrastrukturhersteller und Betreiber, Batteriehersteller und Elektroautohersteller. Neben den Herstellern von Elektroautos umfasst die Elektromobilität natürlich auch noch E-Scooter, E-Bikes, E-Busse oder E-Roller, auf die ich in diesem Artikel aber nicht weiter eingehe.

Elektromobilitätsaktien

Wenn du jetzt von diesem aufkommenden Wachstum der Elektromobilitätsbranche langfristig profitieren willst, habe ich dir folgend die 10 Unternehmen mit den höchsten Absatzzahlen an Elektroautos im Jahr 2020 aufgeführt.

In der vierten Spalte sieht man allerdings schnell, dass nicht jedes Unternehmen ausschließlich Elektromobilität anbietet und man deshalb über die Nachhaltigkeit einer solchen Investition auf jeden Fall mehr als streiten kann. Diese Unternehmen verkaufen derzeit nämlich fast alle zu mehr als 90 % Verbrenner. Ausschließlich Elektroautos verkaufen in der Liste nur Tesla und BYD.

Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass sich auch weitere Autobauer aus der Liste in den nächsten Jahren dazu entschließen ausschließlich auf Elektromobilität zu setzen. Denn schaut man sich die CO2 Minderungsziele für Deutschland von 40 bis 42 % gegenüber 1990 bzw. von 30 % innerhalb der EU an, wird klar, dass auf jeden Fall nachhaltigere Mobilitätsformen notwendig werden und die Dekarbonisierung zum grundlegenden Wirtschaftsprinzip und zum wichtigsten Treiber des Wandels in der Mobilität werden [Quelle]. Fossile Kraftstoffe als Energieträger im Straßenverkehr werden es auch durch die immer strenger werdenden Reglementierungen und die steigenden CO2 Preise künftig schwer haben.

Welches Unternehmen diesen Wandel in den nächsten Jahren und Jahrzehnten am Besten hinbekommen wird, lässt sich derzeit aber noch nicht sagen. Auch hier gilt der Hinweis, dass nicht automatisch jedes Unternehmen, das sich jetzt klar zu einem Ausbau der Elektromobilität positioniert damit auch Erfolg haben wird und man von steigenden Aktienkurse profitieren kann.

In der folgenden Liste habe ich mal börsennotierte Hersteller dargestellt, die ausschließlich elektrische Autos anbieten. Hierzu sei allerdings auch gesagt, dass einige bisher kein einziges Elektro-Auto ausgeliefert haben und diese jungen Unternehmen natürlich nochmal zusätzliches Risiko bergen. In dieser Liste befindet sich dann z.B Nio, das alleine in den letzten 5 Jahren einen Kurszuwachs von 600 % hatte.

In der folgenden Graphik sind die 10 größten Service-Anbieter für Elektromobilitäts-Ladepunkte für eine Auswahl von europäischen Ländern aufgeführt. In die Graphik sind 158.500 Ladepunkte in Europa mit eingeflossen und in der Tabelle ist aufgeführt mit welchen Ladekarten man an wie vielen dieser Ladepunkte laden kann.

Hier muss man leider feststellen, dass diese Services meist von größeren Unternehmen nur einen kleinen Geschäftsanteil ausmachen und die Liste von Ölkonzernen oder von Autoherstellern angeführt werden, die nicht gerade für nachhaltige Produkte bekannt sind. Ein paar der anderen Unternehmen, die durchaus ein 100 % grünes Geschäftsmodell verfolgen, sind bisher nicht börsennotiert [Quelle].

Aktien der Hersteller von Ladeinfrastruktur gibt es aber zum Teil an der Börse zu erwerben. Zum Beispiel das Dortmunder Unternehmen Compleo, das bisher knapp 25.000 Ladesäulen ausgeliefert und sein Geschäftsmodell ausschließlich auf Ladesäulen ausgerichtet hat. Andere Hersteller sind oft große Konzerne wie ABB, Schneider electric oder Unternehmen wie Alfen, bei denen die Ladesäulen meist nur einen kleinen Geschäftsteil ausmachen.

Neben Autoherstellern und Ladesäuleninfrastukturbetreibern bzw. Herstellern können auch die Zulieferer für die Batterien wie z.B. Panasonic, LG Chem oder die deutschen Unternehmen Varta oder Akasol profitieren. Das Ganze ist jetzt nur eine Auswahl und es gibt mit Sicherheit noch mehr Unternehmen.

In diesem Artikel gehe ich darüber hinaus auch noch auf ETFs in diesem Bereich näher ein.

Speichertechnologie (Wasserstoff):

Wenn du bisher keine Ahnung hast was Wasserstoff überhaupt ist, wie grüner Wasserstoff hergestellt wird und aus welchem Grund Wasserstoff derzeit im Zuge der Energiewende so heiß diskutiert wird, dann empfehle ich dir hier erstmal nicht weiter zu lesen, sondern dir zuerst mein Blog-Artikel zu Wasserstoff durchzulesen. In dem erkläre ich was es mit den unterschiedlichen Farben des Wasserstoffs auf sich hat und ich erkläre den Hype aus Sicht der Energiewende.

Für die Ermittlung der Unternehmen der Wasserstoffbranche ist wichtig über welchen Wasserstoff überhaupt gesprochen wird. Denn Wasserstoff gibt es schon ziemlich lange und wird in der deutschen Industrie in der stofflichen Anwendung bereits im großen Stil mit 55 TWh jährlich genutzt. Dieser Bedarf wird zum größten Teil mit grauem Wasserstoff gedeckt, der von einem Gaselieferanten geliefert oder über die Dampfreformierung vor Ort selbst von den Unternehmen hergestellt werden kann. Hier gibt es bereits einige etablierte Unternehmen, die zwar grauen Wasserstoff herstellen bzw. Lieferant der Dampfreformierer sind, aber dennoch auch von diesem Hype um grünen Wasserstoff profitieren könnten.

Da grünem Wasserstoff die größte Bedeutung in der derzeitigen Diskussion zukommt, zeige ich einmal welche Unternehmen entlang dieser relativ neuen Prozesskette profitieren könnten.

Zunächst benötigen wir für die Herstellung von grünem Wasserstoff Strom aus erneuerbaren Energien. In der nationalen Wasserstoffstrategie gehen der Ausbau der Wasserstofferzeugungskapazitäten und der Ausbau der erneuerbaren Energien miteinander einher, denn der massive Ausbau der Wasserstoffwirtschaft ist aus Sicht des Klimaschutzes nur sinnvoll, wenn der Wasserstoff auch grün ist. Welche Unternehmen der Wind- und Solarbranche es gibt habe ich dir oben bereits gezeigt.

Dieser grüne Strom sorgt dann in einem Elektrolyseur für die Spaltung von Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff. Hersteller von Elektrolyseuren sind also die nächste Art von Unternehmen, die von dem Wasserstoffhype profitieren könnten. Diese Elektrolyseure können sich auch nochmal weiter unterscheiden in PEM-Elektrolyseure, alkalische Elektrolyseure, Hochtemperatur-Elektrolyseure oder auch weitere wie zum Beispiel Nickel-Eisen Elektrolyseure. Alle Arten haben ihre Vor- und Nachteile gegenüber den anderen. Ich werde an dieser Stelle keine Bewertung der Technologien vornehmen. Du solltest dir aber zumindest darüber bewusst sein, dass es nicht nur den Elektrolseur gibt und du solltest zumindest wissen welche Art von Elektrolyseuren das Unternehmen in das du investieren möchtest herstellt.

Je nach dem folgenden Verwendungszweck des Wasserstoffs erfolgen dann weitere Prozessschritte. Am Beispiel der Mobilität muss der Wasserstoff für viele Anwendungen erstmal weiter verdichtet werden. Dieser verdichtete Wasserstoff kann zu Tankstellen transportiert und dort an PKW, Busse oder den Schwerlastverkehr vertankt werden. Diese wandeln den Wasserstoff mittels Brennstoffzelle wieder in Strom und treiben einen Elektromotor an. An dieser Wertschöpfungskette können also Hersteller von Verdichtern, Speichersystemen, Tankstellen und Brennstoffzellenfahrzeugen bzw. die Hersteller der Brennstoffzellen profitieren. Eine weitere Möglichkeit wäre es den Wasserstoff nach der Elektrolyse zu verflüssigen. Hier würden also Unternehmen profitieren, die Verflüssigungsanlagen herstellen.

Für den Verwendungszweck der Industrie würde die Nutzung des Wasserstoffs meistens deutlich einfacher erfolgen und die Erzeugung würde dezentral direkt an den Verwertungsorten des Wasserstoffs erfolgen. Oftmals ist nichtmal eine zusätzliche Verdichtung notwendig, weshalb neben Elektrolyseurherstellern wenig andere Unternehmen profitieren könnten.

Im Wärmebereich würde der Wasserstoff in Erdgasnetze oder ein zukünftig neues Wasserstoffnetz eingespeist und in Blockheizkraftwerken wieder in Wärme und Strom für die Versorgung von Haushalten und Industrie gewandelt werden. Entlang dieser Wertschöpfungskette könnten zukünftig Hersteller von Brennstoffzellen, Gasnetzbetreiber, BHKW-Hersteller und auch Hersteller von Brennstoffzellenheizungen, die im Grunde auch eine Art BHKW darstellen, profitieren.

Zusätzlich zu den genannten Unternehmen können auch die Zulieferer von bestimmten Teilen profitieren wie zum Beispiel die Hersteller von Druckflaschen, die in Speichern oder in den Autos verbaut werden oder die Hersteller der Stacks sein, die in den Elektrolyseuren verbaut werden. Außerdem müssen Elektrolyseure, Tankstellen, Speicher und die weiteren Komponenten geplant, zum Teil genehmigt und gebaut werden. Projektierungsunternehmen könnten also ebenfalls von einem massiven Ausbau profitieren.

Die größten Wasserstoffaktien

Die folgenden Tabellen habe ich in drei Bereiche unterteilt.

Der erste Bereich sind die etablierten Gaseunternehmen AirLiquide, Linde und AirProducts. Auch das Unternehmen Taiyo Nippon Sanso lässt sich diesem Bereich zuordnen. Diese Unternehmen erzeugen, speichern und liefern bereits in sehr großem Maßstab unterschiedliche Industriegase und darunter auch Wasserstoff.

Was zeichnet diese Unternehmen aus? Sie haben bereits viel Erfahrung und Know-How im Handling mit Wasserstoff, da chemisch kein Unterschied zwischen grauem und grünem Wasserstoff besteht. Darüber hinaus besitzen diese Unternehmen teilweise den Vorteil, fast die komplette Wasserstoff-Wertschöpfungskette abzudecken – von der Gewinnung bzw. Herstellung und Reinigung, über die Verflüssigung, Verdichtung und Lagerung, bis hin zur Verteilung bis an die Tankstelle. Durch die strategischen Beteiligungen an Elektrolyseurherstellern können diese Unternehmen mittlerweile die Wertschöpfungskette auch um die Herstellung von grünem Wasserstoff erweitern.

Der zweite Bereich sind Unternehmen, deren Produktpalette sehr stark auf Wasserstoff fokussiert ist. Diese Unternehmen sind Hersteller von zum Beispiel Elektrolyseuren, Brennstoffzellen oder Speicherbehältern für Wasserstoff.  In der vierten Spalte habe ich jeweils aufgeführt welchen Geschäftsbereich die Unternehmen zum größten Teil verfolgen. Hier sind dann mit Nel, ITM, MyPhy oder PlugPower vier Elektrolyseur Hersteller, und mit zum Beispiel Ballard Power, Powercell Sweden oder Fuel Cell Energy sechs Brennstoffzellenhersteller und mit Hexagon Purus eine Abspaltung des Speicherbehälterherstellers Hexagon Composites, das sich ganz auf die Tankherstellung im Wasserstoffbereich konzentriert.

Man erkennt, dass der Umsatz bei fast allen Unternehmen noch sehr gering sind und fast keine Gewinne erzielt werden. Aber man seiht dennoch sehr starke Kursanstiege von bis zu 1.400 % in den letzten 5 Jahren wie beispielsweise bei Plug Power.

In der dritten Tabelle sind jetzt weitere Unternehmen, die nicht speziell auf Wasserstoff spezialisiert sind, sondern nur einen Teilbereich ihres Unternehmens auf die Wasserstoffwirtschaft ausrichten oder Produkte anbieten, die von einem Ausbau der Wasserstoffwirtschaft ebenfalls profitieren werden.

Hier sind zum Beispiel bekannte Autohersteller wie Hyundai und Toyota, die Brennstoffzellenfahrzeuge anbieten, ihren größten Umsatz erzielen diese Unternehmen aber mit der Herstellung von anderen Fahrzeugtypen. Unternehmen wie Bloom Energy oder Hexagon Composites bieten zum Beispiel Produkte an, die unabhängig vom Brennstoff bzw. Speichermedium verwendet werden können. Hier liegt der Fokus also nicht so stark auf Wasserstoff, dennoch könnte der massive Ausbau von Wasserstoff diese Unternehmen auch stark profitieren lassen.

3.    Rendite / Risiko

Für die Rendite von Aktien gilt, dass sich die Gesamtrendite aus der Dividendenrendite und der Kurssteigerung ergibt. Während beispielsweise die Rendite eines Index wie dem Dax über einen langen Zeitraum von mindestens 15 Jahren in den meisten Fällen zu einem Vermögenszuwachs führt, kann bei Einzelaktien selbst bei einem ausreichend langen Anlagehorizont ein sehr großer Verlust auftreten. Im Gegenzug kannst du aber auch höhere Renditen mit einer Einzelposition als mit einem Index erzielen. Bedeutet, dass die Kursausschläge sowohl nach unten als auch noch oben heftiger sein können als bei einem Anlageprodukt mit hoher Diversifikation.

Für das Risiko der Einzelaktien gilt, dass du dein Investment durch die nicht vorhandene Diversifikation halt überhaupt nicht breit streust und dich dadurch größeren Risiken aussetzt. Du bist zum Beispiel Konjunkturellen Schwankungen stark ausgesetzt, hast ein Währungsrisiko und ein Risiko der Stabiliät einzelner Länder. Außerdem bist du auch stark abhängig von der Unternehmerischen Entwicklung, wodurch sich Kursgewinne sowie Verluste direkt auf dein Depot auswirken. Und im Fall einer Insolvenz besteht das Risiko eines Totalverlusts. Weitere Risiken sind die Psychologie der Marktteilnehmer und das die erwartete Dividende doch nicht ausgezahlt wird.

4. Vor- und Nachteile

Die Allgemeinen Vorteile von Aktien sind, dass du durch den Kauf einer nachhaltigen Aktie tatsächlich weißt welches Unternehmen du unterstützt, während du beispielsweise bei einem ETF nicht alle 400 Positionen eines ETFs kennen wirst. Durch den Erwerb von Stammaktien hast du ein Aktienstimmrecht und kannst an der Jahreshauptversammlung teilnehmen und somit zu einem gewissen Teil Einfluss auf die Unternehmensentwicklung nehmen. Dein Investment hat einen größeren Einfluss auf ein Unternehmen als es z.B. der Kauf eines ETFs hat. Du kannst von dem Wachstum des Aktienkurses und der Dividendenzahlung finanziell profitieren und du erzielst durch die Dividenden der Aktien regelmäßig Einnahmen.

Vorteile explizit von z.B. Photovoltaikaktien und Windaktien sind, dass du Unternehmen mit einer umweltfreundlichen Energieerzeugungsmethode unterstützt, die für unsere Energiewende unbedingt notwendig ist. 

Nachteile sind, dass die Auswahl extrem zeitintensiv ist. Denn für eine ausführliche Analyse solltest du Geschäftsmodell, Kurs-Gewinn-Verhältnis, Eigenkapital, Dividendenrendite, Kursentwicklung, Innovationen und sehr viel mehr berücksichtigen. Dann hast du quasi gar keine Diversifikation, wodurch hohe Verluste und sogar der Totalverlust möglich sind. Es gibt keine festen Renditen wie beispielsweise beim Tagesgeld und von den aufgeführten Aktien zahlen auch nicht alle Unternehmen eine Dividende.

5. Nachhaltigkeit

Bleibt die Frage wen ich mit meinem Geld eigentlich unterstütze und wie nachhaltig Aktien wirklich sind?

Wie auch beim Kauf eines ETFs gilt, dass das nachhaltige Unternehmen keinen direkten Vorteil von eurem Investment hat, da ihr die Aktien in den meisten Fällen am Sekundärmarkt erwerbt und somit eure Einzahlungen nicht direkt an das Unternehmen fließen, sondern an andere Aktionären an der Börse. Steigt jetzt die Nachfrage stark an den nachhaltigen Aktien, steigt auch der Aktienkurs. Durch einen steigenden Aktienkurs, kann es wiederum für das Unternehmen leichter werden zukünftig über Kapitalerhöhungen weiteres Eigenkapital einzusammeln und kann so weiter wachsen und den Ausbau von z.B. Photovoltaikanlagen voranbringen. Also: direkt führt dein Geld nicht zum Ausbau von Photovoltaikanlagen. Indirekt kannst du aber durch die erhöhte Nachfrage den Aktienkurs steigen lassen und so Unternehmen der Photovoltaikbranche unterstützen und zu einem Ausbau der Photovoltaik beitragen.

Der Artikel wird regelmäßig aktualisiert und wächst in nächster Zeit noch weiter. Weitere Erläuterungen nachhaltiger Anlageformen wie Anleihen, Immobilienfonds, P2P Kredite, Optionen usw. folgen.

SCHRITT 5: PORTFOLIOALLOKATION FESTLEGEN.

Dein Ziel, dein ungefährer Weg und mögliche Anlageklassen sind bekannt. Nun ist die Frage wie sich deine Sparrate auf die verschiedenen Anlageklassen verteilt. Dabei gibt es zum Einen den „risikoarmen“ Teil bestehend aus z.B. Festgeld, Tagesgeld oder Anleihen und den „risikobehafteten“ Teil bestehend aus z.B. Aktien, ETFs, Immobilien oder Kryptowährungen. In Abhängigkeit von deiner persönlichen Risikobereitschaft (siehe Schritt 2) gilt es jetzt die Waage zwischen diesen beiden Portfolioteilen hinzubekommen und deine  Portfoliogewichtung festzulegen.

Ein kleines Beispiel. Du teilst dein Portfolio zu je 50 % in die beiden Teile risikoarm und risikobehaftet auf. Stürzt der Anteil des risikobehafteten Teils um 50 % im Rahmen einer Finanz- bzw. Wirtschaftskrise ab, verliert dein Gesamtportfolio nur ca. 25 %, da der risikoarme Teil diesen Absturz „abfedert“. Wären allerdings 100 % im risikobehafteten Teil investiert, hätte der Verlust stolze 50 % betragen.

Daher musst du für die Fragen beantworten, ob du mit einem Absturz deines Portfolios um 50 % leben könntest oder ob du lieber ein bisschen weniger Risiko eingehen möchtest und nur z.B. 30 % im Risikobehafteten Teil deines Portfolios anlegen möchtest. Ein weiterer Punkt, der hierbei berücksichtigt werden sollte ist der Anlagehorizont. Bist du noch in deinen 20ern und planst deine Geldanlage bis zum Rentenalter durchzuziehen, dann kann das Risiko ruhig ein wenig größer sein, da die Dauer deiner Anlage Krisen wieder ausgleichen kann.

Eine sehr gute Übersicht hierzu bietet Gerd Kommer in seinem Buch Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs: Wie Privatanleger das Spiel gegen die Finanzbranche gewinnen*

Hier muss man also für sich persönlich die Frage beantworten: Kann ich mit einem Verlust von 50% noch ruhig schlafen (90/10 Risikobehaftet/Risikoarm) oder beträgt meine maximale Risikobereitschaft 10 % Verlust und ich wähle ein 20/80 Risikobehaftet/Risikoarmes Portfolio? Dafür dann auf lange Sicht mit der Einbuße von Rendite.

Nachdem du dir über deine Aufteilung deines Portfolios im Klaren bist, ist die Frage wie du deine Portfolioanteile anlegst.

Aus diesem Grund habe ich dir mal einige bekannte Anlagestrategien aufgeführt, die alle den Ansatz eines langfristigen, passiven Investitionsansatzes verfolgen. Das bedeutet, dass du dir nach dem Einrichten deines Depots über viele Jahre keine großen Gedanken mehr über Verluste oder Gewinne machen musst, sondern dich einfach auf deinen Hintern setzen und abwarten kannst (Buy-and-Hold Strategie). So können zwar in den ersten Jahren auch ein Börsencrash oder ein Hype auftreten, der lange Anlagehorizont und dein Beharren auf deiner Strategie führt aber langfristig dazu, dass deine Anlage sich dem langjährigen Durchschnitt annähert. Was damit genau gemeint ist (in Bezug auf Aktien), zeigt auch folgendes Graphik von Finanzfluss:

Folgend habe ich daher mal zwei mögliche Anlagestrategien für dein passives Portofolio aufgeführt:

Weltportfolio nach Gerd Kommer

In seiner einfachsten Aufführung eines Weltportfolios reicht für deinen risikobehafteten Teil ein ETF.  Ja, du hast richtig gelesen EIN ETF. Nach Kommer kann hier ein ETF auf den MSCI ACWI IMI-Index (mit Small Caps) oder den FTSE All World-Index (ohne Small Caps) gewählt werden. Mit diesen Indizes wird bereits in 99 beziehungsweise 90 bis 95 Prozent des Weltmarkts investiert, inklusive Schwellenländern. ETFs dieser beiden Indizes, die auf Nachhaltigkeitskriterien untersucht wurden, ist mir derzeit nur einer bekannt. Der Vanguard ESG Global All Cap UCITS ETF (Acc) (ISIN: IE00BNG8L278, WKN: A2QL8U) ist allerdings aufgrund seines bisherigen Fondsvolumen (19 Mio €) und des kurzen Fondsalter (Auflage März 2021) nicht uneingeschränkt zu empfehlen.

Eine zweite Möglichkeit kann es sein je einen ETF auf den MSCI World und einen ETF auf den MSCI World Emerging Markets zu setzen. Zwei nachhaltige Beispiele eines ETFs auf diese Indizes habe ich dir bereits in Schritt 4 unter „ETF“ vorgestellt. Diese umfassen zwar die „Small Caps“ nicht und investieren somit „nur“ in ca. 86 % des Weltmarkts, nachhaltige ETFs auf den MSCI ACWI IMI sind mir derzeit (02.05.2021) aber noch nicht bekannt.

Der risikoarme Anteil am Portfolio kann aus einem Anleihenindex, Tagesgeld oder Festgeld bestehen. Für einen Anleihenindex ist dabei wichtig, dass dieser aus kurzlaufenden Staatsanleihen höchster Bonität bestehen sollte. Außerdem sollte für die Diversifikation darauf geachtet werden, dass Anleihen mehrerer unterschiedlicher Länder enthalten sind.

All-Wheater Portfolio nach Ray Dalio

Ray Dalio ist ein US-Amerikanischer Hedge-Fonds Manager, der durch die langjährige Untersuchung unzähliger Studien ein Portofolio entwickelt hat, das robust gegenüber allen ökonomischen „Wetterlagen” (bzw. „Jahreszeiten”) aufgestellt sein soll. Diese vier „Jahreszeiten“ der Wirtschaft sind

1. Wachstum + sinkende Inflation
2. Wachstum + steigende Inflation,
3. Rezession + steigende Inflation,
4. Rezession + sinkende Inflation.
 

Dafür mischt Dalio verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffe und setzt dies mithilfe von ETFs um. Dabei geht Dalio quasi den umgekehrten Weg zu Kommer und legt nicht anhand der vorher festgelegten persönlichen Risikobereitschaft eine Portofolioaufteilung fest, sondern stellt ein Portfolio auf, dass zu jeder Zeit das Beste Rendite/Risiko Verhältnis aufweist. Die hohe Diversifikation über viele Anlageklassen führt dann zu einer Reduzierung der Volatilität des Gesamtportfolios. So stabilisiert dieses Portfolio auch in turbulenten Marktphasen die Rendite und verhindert starke Rücksetzer wie beispielsweise bei einem 100 % Aktienportfolio.

Folgende Graphik zeigt nach Dalio „den heiligen Gral des Investierens“, wonach die Erhöhung der Anzahl der Anlageklassen, die nicht mit einander korrelieren, das Risiko in einem höheren Maße senken kann als die Rendite.

Eine Aufteilung des All-Weather Portfolios ist im nächsten Bild dargestellt. Danach machen Aktien knapp 19 %, Anleihen insgesamt 66 % und Rohstoffe ca. 15 % aus.

Auch für den Aktienanteil gilt, dass dieser über breitgestreute ETFs wie die Mischung aus einem MSCI World und einem MSCI World Emerging Markets (beispielsweise im Verhältnis 70/30) ähnlich wie bei Kommer dargestellt werden kann. Die nachhaltigen Versionen dieser ETFs habe ich dir bereits vorgestellt.

Eine abschließende Untersuchung über die Nachhaltigkeit von Investitionen in Rohstoffe und Anleihen habe ich bisher noch nicht vorgenommen, deswegen kann ich an dieser Stelle bislang noch keine Aussage über diese Anlageklassen treffen. (Kommt aber – versprochen 🤓)

Abschließend kann man auch zur Portfolio-Allokation sagen: Du bist dein bester Anlageberater. Sich stumpf an eine Strategie zu klammern und diese 1 zu 1 umzusetzen ist vielleicht nicht wirklich passend für deine Ziele. Dennoch bieten diese Ansätze eine gute Hilfestellung ein Gefühl für die Stellschrauben eines gut diversifizierten Portfolios zu bekommen, welches gleichzeitig ein gutes Rendite/Risiko Verhältnis aufweist und so zu einem stressfreien, langfristigen Vermögensaufbau verhilft.

SCHRITT 6: NACHHALTIGE GELDANLAGEN (REGELMÄßIG) KAUFEN.

Als letzter Schritt zu deinem nachhaltigen Depot fehlt nun nur noch der tatsächliche Kauf von Anlageklassen. Dabei ist, unabhängig von den folgenden Möglichkeiten, ein Schritt besonders wichtig: Deine Sparrate muss regelmäßig investiert werden. Dafür kann es sinnvoll sein direkt am Anfang des Monats einen Dauerauftrag bzw. Sparplan von deinem Hauptkonto auf die nachfolgenden Anlageklassene einzurichten, um zu umgehen, dass dein Geld doch für andere Dinge ausgegeben wird. Da du auch einen Notgroschen zurückgelegt hast (siehe Schritt 2), läufts du auch nicht Gefahr im Notfall auf einmal ohne Geld dazustehen.

Festgeld, Tagesgeld, Sparbuch

Da du voraussichtlich auch einen Teil im risikoärmeren Bereich anlegen bzw. sparen wirst, habe ich dir erstmal einen Artikel verlinkt in dem ich dir nachhaltige Banken vorstelle. Dort kannst du dann ein Tagesgeld- oder Festgeldkonto einrichten.

Aktien und ETFs:

Um in nachhaltige ETFs oder Aktien zu investieren, benötigst du einen Broker über den du entweder Einmal-Käufe tätigst oder einen Sparplan einrichtest. Dabei gibt es viele kostengünstige Broker wie beispielsweise die Consorsbank* oder Traderepublic*. Während Traderepublic* derzeit als mobiler Broker nur über dein Handy bedient werden kann, bietet dir die Consorsbank* auch eine Desktop-Version. Wenn du über den folgenden Link dein Konto erstellst, erhälst du außerdem eine 20 € Prämie für deinen ersten Sparplan*. 

Sparplan

Worauf du bei einem Kauf eines ETFs allgemein achten solltest, habe ich dir bereits in Schritt 4 gezeigt. In dem folgenden Video habe ich am Beispiel von Traderepublic gezeigt wie du dir nachhaltige ETFs kaufen und dir einen regelmäßigen Sparplan einrichten kannst.

Dafür ladet ihr euch zunächst Traderepublic* runter und meldet euch innerhalb von nicht mal 10 Minuten an. Wenn ihr dann angemeldet seid, habt ihr auf der Startseite die Übersicht über euren Gesamtbetrag und die Performance. Da ich in dem Video 100 € zu Testzwecken hochgeladen habe, fehlt da noch die Performance. Außerdem findest du auf der Startseite deine Watchlist auf der ich mir schonmal die drei ETFs hinzugefügt habe.

Über den zweiten der vier Buttons unten gelangst du zur Suche bei der die du WKN der drei ETFs angeben kannst. Auf der Seite des jeweiligen ETFs findest du dann den derzeitigen Kurs, die Performance über einen bestimmten Zeitraum, allgemeine Kennzahlen und eine Beschreibung.

Über „Sparplan erstellen“ kannst du das Intervall des Sparplans auswählen, ob monatlich, zweimal im Monat oder Quartalsweise. Dann zu welchem Zeitpunkt dein Sparplan auslösen soll, ob am Anfang des Monats oder in der Mitte, und dann gibst du deinen Betrag ein. Im Anschluss bekommst du noch eine kleine Zusammenfassung und bestätigst, dass du auch wirklich handeln willst und schon ist dein Sparplan eingerichtet.

Über den Dritten der unteren Buttons siehts du dann deine Orderübersicht und kannst sehen wann das nächste Mal dein Konto belastet wird.

Allgemein ist zu Traderepublic* anzumerken, dass es sich um einen sehr neuen mobilen Broker handelt, der derzeit viele Neuanmeldungen abzuwickeln hat, weshalb es dort im Service und im Verifikationsprozess derzeit zu Problemen kommen kann. Ich persönlich habe aber bisher gute Erfahrungen gemacht. Wenn du dich jetzt fragst wie nachhaltig Traderepublik ist? Ich habe hier auch nochmal ein Artikel zu einem Broker-Vergleich erstellt und erkläre warum bei der Auswahl des Brokers neben der Nachhaltigkeit auch weitere Dinge zu beachten sind.

Kryptowährungen:

Solltest du dich trotz des teilweise hohen Energieverbrauchs bestimmter Kryptowährungen dafür entscheiden Kryptos zu kaufen, bietet ein einfacher Einstieg die Bison App der Börse Stuttgart. Eröffnest du über diesen Link ein Konto erhälst du zusätzlich 10 € in Bitcoin*. Dennoch ist der Kauf von Bitcoin kein „grünes“ Investment, wie ich dir in diesem Artikel bereits gezeigt habe. Da aber auch andere (nachhaltigere) Kryptowährungen dort gekauft werden können, empfehle ich trotzdem die für Anfänger einfach zu bedienende App. 

Diese musst du downloaden, dich registrieren, verifizieren und dann überweist du Geld auf dein Konto. Anschließend kannst du in der App dann ganz einfach Kryptowährungen kaufen. Bisher kannst du aber leider nur mit Bitcoin, Litecoin, Ripple, Bitcoin Cash und Ethereum handeln. Möchtest du andere vielleicht nicht ganz so bekannte Kryptowährungen kaufen, ist es teilweise nicht ganz so übersichtlich wo du diese Coins kaufen kannst. Hier hilft Coinmarketcap weiter und du kannst am Ende der Übersicht verschiedene Plattformen und Börsen finden auf denen du die Coins handeln kannst.

Anleihen, Immobilien, P2P Kredite usw.

Der Artikel wird laufend aktualisiert. Weitere Anlageformen folgen 🙂

SCHRITT 7: REBALANCING UND KONTROLLE.

Glückwunsch! 🥳 Du hast jetzt deine Sparrate festgelegt, die monatlich von deinem Konto abgebucht wird und somit den Grundstein für die Erreichung deines finanziellen Ziels gelegt. Noch dazu hast du dir ein nachhaltiges Depot aufgebaut, das sowohl deinem Geldbeutel langfristig gut tut, als auch zu einem Wandel zu einem ökologischerem und sozialerem Wirtschaftssystem beitragen kann. 

Was ist jetzt zu tun? Das hängt davon ab, ob du bereits deine monatlichen Zielbetrag für deine Sparrate investieren kannst oder noch nicht.

Kannst du bereits deine Sparrate investieren?

Dann kannst du dich erstmal zurücklehnen 😎. Da die Strategien, die im Laufe des Artikels vorgestellt wurden, auf einem passiven Investitionsansatz beruhen (Buy & Hold), du deine Strategie festgelegt hast und deine Investitionen automatisiert über Sparpläne investiert werden, kannst du erst einmal ein Jahr keinen Blick ins Depot werfen. Ja tatsächlich, lösch deine Investments-Apps vom Handy, lösch Börsenticker, halte dich von sonstiger „Investmentpornographie“ fern und kümmere dich um schönere Dinge als deine Finanzen :-).

Du hast schließlich deine passive Investitions-Strategie festgelegt und an dieser wird auch festgehalten. Der Kurs fällt 20 %? Egal, dein Ziel ist langfristig und was auf dem Weg bis zu deinem Ziel in X Jahren passiert ist erst einmal „egal“.

Dennoch ist es sinnvoll in einem regelmäßigen Abstand ein Rebalancing und eine Kontrolle des Depots durchzuführen. Das Rebalancing kann am Anfang vielleicht alle zwei Jahre stattfinden, da das Portfolio meist noch klein ist und die Transaktionsgebühren den Mehraufwand nicht rechtfertigen würden. Später bietet sich zum Beispiel ein jährliches Rebalancing zu einem fixen Termin an. 

In diesem Rebalancing kontrollierst du die Einhaltung deiner festgelegten Strategie. Hat sich der Anteil der Aktien von deinen festgelegten 30 % des Gesamtportfolios auf 40 % erhöht (durch gute Börsenjahre)? Dann gilt es die Gewinne der Aktien auf die anderen Anlageklassen umzuschichten und die „Ausgangsgewichtung“ wieder herzustellen.

Ein anderer Grund für die Umschichtung kann sein, dass du bereits so viel älter geworden bist, dass sich deine persönliche Risikobereitschaft ein wenig verringert hat und du deinen risikoarmen Teil erhöhen willst.

Entspricht deine Sparrate deinen Zielen?

Solltest du in Schritt 2 bei der Frage „wie erreiche ich mein (finanzielles) Ziel“ festgestellt haben, dass du mit deiner derzeitigen Situtation und Sparrate dein Ziel nicht erreichen kannst, musst du leider noch eine Extra-Meile drehen.

Dann gelten für dich die vier Möglichkeiten aus Schritt 2. Demnach kannst du daran arbeiten deine Einnahmen zu erhöhen, deine Ausgaben/Steuern/Gebühren zu senken, weiter in deine finanzielle Bildung zu investieren und/oder dein Leben und deine Lebensqualität überdenken.

Hinweis und Schlussbemerkung.

*  Die mit einem Sternchen markierten Links verweisen auf einen Affiliate-Link. Erstellst du dir beispielsweisen ein Depot nachdem du auf einen der Links geklickst hast, erhalte ich dafür eine kleine Provision. Sollte dir der Artikel geholfen haben und du möchtest mich unterstützen, würde ich mich freuen, wenn du einen der Links benutzt 😊.

Schlussbemerkung: Die dargestellten sieben Schritte sollen helfen ein nachhaltiges Portfolio mit einem passiven Investitionsansatz zu erstellen. Dieser Artikel hätte mir früher geholfen. Dennoch auch hier nochmal der Hinweis: Ich bin nicht allwissend und das Ganze ist kein Patentrezept. Jede Strategie bzw.  Geldanlage unterliegt Risiken, die jeder für sich selbst abwägen muss. 

Euer Felix von EnergieTaler – nachhaltig für Umwelt und Geldbeutel

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